Automatisierte Defibrillatoren stehen an immer mehr Orten bereit

Mit einfachen Mitteln gegen den Herztod

Schwalm-Eder. Wie Feuerlöscher hängen sie im Felsberger Rathaus, in der Mehrzweckhalle in Edermünde-Besse oder in einer Neukirchener Bankfiliale: automatisierte Defibrillatoren (AED).

Mit den Elektroschock-Geräten sollen Laien das Leben von Menschen retten, die wegen Herzkammerflimmern zusammenbrechen – auf Knopfdruck. „Die Nachfrage nach den Geräten ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen“, sagt Manfred Lau, Geschäftsführer des DRK Schwalm-Eder. Kommunen, Vereine oder Unternehmen kaufen automatisierte Defibrillatoren, die mittlerweile ab 700 Euro angeboten werden.

„AED sind eine gute Investition“, sagt Rettungsassistent Mario Poschadel. Wenn das Herz flimmert, zählt jede Minute. Die Defibrillatoren würden die maximal zehn Minuten überbrücken, bis der Rettungsdienst ankommt. „Ein Elektroschock mit dem Defibrillator steigert die Überlebenswahrscheinlichkeit mehr als eine reine Herzdruckmassage“, sagt Poschadel.

Einen anderen Weg geht die Freiwillige Feuerwehr in Gilserberg: „Wir wollten die AED nicht irgendwo aufhängen“, sagt Gemeindebrandinspektor Markus Böse, „wir setzen sie dort ein, wo sie gebraucht werden.“ Sieben geschulte Helfer können jederzeit zu ihrer Notfalltasche samt Defibrillator greifen. Sie werden zusammen mit dem Rettungsdienst alarmiert – und sind nach Angaben von Böse meistens früher zur Stelle. Sieben Mal waren die AED in Gilserberg bisher im Einsatz. Ein Leben haben sie gerettet.

Etwa 100 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland am plötzlichen Herztod. „Der Einsatz von mehr AED könnte diese Zahl deutlich verringern“, sagt Manfred Lau. Ganz gleich, ob sie in Rathäusern hängen oder in der Tasche von Ersthelfern liegen.

Quelle: HNA

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