Gebühren für Dorfgemeinschaftshäuser

Einige Niederurffer wehren sich gegen Nutzungsgebühren 

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Vor dem Dorfgemeinschaftshaus: Annette Bernsmeier und Jörg Stamm sind gegen die Gebühren für die Nutzung der Vereine in den Dorfgemeinschaftshäusern.

Bad Zwesten. Jörg Stamm und Annette Bernsmeier sind erbost: Die Gemeinde Bad Zwesten will den Vereinen Gebühren für die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser abnehmen.

Wegen der hohen Energiekosten und klammen Kasse der Gemeinde sollen sie einen Zuschuss leisten. 20 Euro sind pro Verein und Nutzung fällig. Das ist zuviel, sagen die beiden Niederurffer. Das DGH sei mit viel Eigenleistung saniert worden und nun sollen die zahlen, die sich jahrelang mit Engagement an der Sanierung beteiligt haben. Das sei kontraproduktiv.

Wegen der Kosten würden die Gruppen ausbleiben und die Häuser leer stehen, vermuten die beiden.

Das Parlament wil diesen Punkt in der nächsten Sitzung beschließen. Nicht nur Niederurff sondern alle Dorfgemeinschaftshäuser in der Gemeinde sind davon betroffen.

Für Jörg Stamm, stellvertredenden Ortsvorsteher, ist das einfach zu viel. Er selbst trainiert dort jede Woche Tischtennis, mit einer kleinen Mannschaft und Jugendlichen. „Auf uns kämen 800 Euro im Jahr hinzu“, sagt er. Für die Mannschaft des TSV Urfftal, der selbst finanzielle Probleme hat, sei dies nicht machbar. „Wir werden unsere Gruppe in Niederurff wohl auflösen müssen“, meint er. Die hohen Gebühren könnten dazu führen, dass die Menschen sich andere Veranstaltungsorte suchten. Das DGH in Niederurff wird außer von der Tischtennisgruppe, von zwei Gymnastikgruppen und den Landfrauen genutzt, die dort Veranstaltungen für Senioren anbieten und das noch ausbreiten wollten.

„Wir haben das Konzept Jung und Alt beim Dorferneuerungsprogramm eingereicht. Deshalb haben wir erst den Landeszuschuss bekommen“, sagt sie. Und nun sollen wir für die Nutzung zahlen, das ist irgendwie absurd“, meint die Sprachtherapeutin Annette Bernsmeier.

Ausweichquartiere gesucht

Es gebe schon Verbände, die sich Ausweichquartiere suchten. Die beiden betonten auch, dass sie die finanzielle Situation der Gemeinde verstünden, glauben aber, dass man an anderer Stelle sinnvoller sparen könne. Bernsmeier hatte geplant, Kurse für Jung und Alt in der neuen Küche anbieten zu können. Das hält sie unter diesen Umständen nun für schwierig.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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