Stadtverordnete und Landwirte legen sich trotz Veränderungssperre auf Standort fest

Einigkeit bei Biogasanlage

Wenig Geruchsemmissionen: Diese Biogasanlage steht bei Homberg. Die Niedensteiner würde ähnlich aussehen, soll mit Bewuchs aber verdeckt werden. Archivfoto: Brandau

Niedenstein. In Niedenstein soll eine Biogasanlage gebautwerden. Dort soll unter anderem die Gülle verarbeitet werden, die in Metze zu starken Geruchsbelästigungen führt. Darauf einigten sich am Donnerstag die Stadtverordneten.

Die Mitglieder der Fraktion der Grünen enthielten sich der Stimme. Jörg Warlich (Grüne) kritisierte, dass trotz der Veränderungssperre (keine neuen landwirtschaftlichen Bauvorhaben) eine Biogasanlage genehmigt werde.

Die Landwirte, die die Anlage betreiben wollen, sollten konkret darlegen, mit welchen Beeinträchtigungen zu rechnen sei. „Wir können doch jetzt keinen Freibrief erteilen“, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Mit der Abwärme, die beim Betrieb der Biogasanlage entsteht, sollen unter anderem das Hallenbad und die Kindertagesstätten beheizt werden. „Wir sollten doch froh sein“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Willi Grunewald. Er sei zudem verwundert, dass die Grünen einerseits den Atomausstieg forderten sich andererseits aber gegen die Biogasanlage sträubten.

Der Standort sei aus Sicht der SPD absolut richtig, sagte Fraktionsvorsitzender Stefan Kugler. Er verfüge über eine optimale Verkehrsanbindung, weil er von mehreren Seiten über Wirtschaftswege zu erreichen sei. Die wiederum von den Betreibern ausgebaut und unterhalten werden würden und der Standort sei von Wohnbebauungen möglichst weit entfernt. Die Veränderungssperre und die Bauleitplanung für landwirtschaftliche Betriebe sei unter anderem dazu da, geeignete Standorte zu finden. Genau dies sei jetzt geschehen.

Konsens mit Landwirten

Bürgermeister Werner Lange wies die Kritik der Grünen, die Ortsbeiräte seien nicht ausreichend in die Standortsuche eingebunden gewesen, zurück. Bereits im vergangenen Jahr habe es mit den Betroffenen Beiräten einen Ortstermin gegeben. Es sei außerdem nötig, mit den Landwirten einen Konsens zu finden. Schließlich gehe es nicht darum, Dinge zu verhindern, sondern gemeinsam Lösungen zu finden.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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