Her mit den Fahrrädern!

„Einladen“ startet Rad-Aktion für Kunden und hofft auf Unterstützung

+
Freuen sich über Rad-Spenden: (von links) Carsten Lübbers und Jürgen Kurz vom Einladen sowie Pascal Haler von der Vitos-Außenwohngruppe, der bei der Reparatur hilft.

Homberg. Es fährt kein Stadtbus mehr in Homberg, und die Folgen bekommen vor allem die Menschen zu spüren, die nicht mal eben genug Geld für eine Bus- oder Taxifahrt übrig haben. Das wissen die Mitarbeiter des Einladens am Obertor genau. Zu ihren Kunden gehören viele Menschen, denen es finanziell nicht so gut geht.

Deshalb setzt das Team des „Einladens“ jetzt eine besondere Idee in die Tat um: „Wir starten eine Fahrrad-Sammelaktion“, sagt Jürgen Kurz vom „Einladen“.

„Viele Menschen haben alte Fahrräder ungenutzt zu Hause stehen. Sie wollen wir ansprechen und um Unterstützung werben“, sagt Matthias Pohl vom Diakonischen Werk des Schwalm-Eder-Kreises. Gebrauchte, gut erhaltene Räder können ab sofort beim „Einladen“ abgegeben werden. „Und auch Räder, die einen geringen Reparaturbedarf haben“, fügt Carsten Lübbers vom Einladen-Team an. Plattfuß, defekte Bremsen und Lichter seien kein Problem. Die Räder wird Lübbers gemeinsam mit einigen freiwilligen Jungs von der Vitos-Außenwohngruppe wieder in Schuss bringen. „Aus drei nicht so guten können wir ein gutes Rad bauen“, so Lübbers. Weitere Helfer könne er übrigens gut gebrauchen.

Derzeit sei man auch auf der Suche nach einem Ort, an dem man die Räder reparieren kann. „Vielleicht kann uns jemand eine Garage oder einen geeigneten Raum für eine Fahrradwerkstatt zur Verfügung stellen“, sagt Kurz. Für wenig Geld sollen die fahrtauglichen Räder dann an die Kunden des „Einladens“ abgegeben werden. Zwischen zehn und maximal 50 Euro sollen sie kosten – je nach Zustand.

Zu den Besuchern des „Einladens“ gehören auch Asylbewerber und Tafelkunden. „Es gibt in Wernswig eine Übergangseinrichtung und in der Bahnhofstraße ein Asylbewerberheim, von dort bis zum Obertor sind es schon einige Meter“, so Pohl. Kurz: „Fahrräder sind da heiß begehrt.“ Vor allem Mountainbikes und Kinderräder stünden hoch im Kurs. Aber auch alle anderen Räder seien gefragt.

Durch die Aktion will das Einladen-Team seinen Kunden mehr Mobilität ermöglichen. Und zugleich für einen nachhaltigen Umgang sorgen. Zuversichtlich blicken die Initiatoren auf die neue Aktion: „In Schwalmstadt gibt es eine Gebrauchträder-Aktion für Asylbewerber und die brummt ohne Ende. So etwas ähnliches muss uns in Homberg doch gelingen“, so Pohl.

Nicht nur Asylbewerber und Tafelkunden sollen die Räder kaufen können. „Im „Einladen“ sind alle Menschen willkommen. Das gilt natürlich auch für unseren Kleiderverkauf und unser anderen Angebote“, sagt Pohl:

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Kommentare