Einladung als Ehrengast

Vor 50 Jahren: Wolfhager Metz war im Erdbebeneinsatz in Skopje

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Zeitzeuge: Konrad Metz leitete im Jahr 1963 die Versorgung mit Verpflegung und Trinkwasser der Erdbebenopfer in Mazedonien. Anlässlich der Gedenkfeiern zum 50. Jahrestag war der Wolfhager als Ehrengast und Zeitzeuge an den Ort der damaligen Katastrophe eingeladen.

Wolfhagen. Als vor einem halben Jahrhundert unter der mazedonischen Hauptstadt Skopje die Erde bebte, stand Wolfgang Metz ein großer Hilfseinsatz bevor. Nun, Ende Juli, kehrte der Wolfhager für einige Tage nach Skopje zurück.

Das Mazedonische Rote Kreuz hatte den 79-Jährigen anlässlich der landesweiten Gedenkfeiern zum 50. Jahrestag des Erdbebens als Zeitzeugen eingeladen.

Am 26. Juli 1963, morgens um 5.17 Uhr, war durch ein schweres Erdbeben die mazedonische Hauptstadt in Schutt und Asche gefallen. Da sich das Epizentrum des Bebens direkt unter der Stadt befand, wurde diese zu fast 90 Prozent zerstört. 1 070 Tote, 4 000 Verletzte und 200 000 Obdachlose gab es damals.

Eine beispielhafte Hilfsaktion für die betroffenen Menschen lief weltweit an. Auch der Wolfhager DRK-Hilfszug mit seinen sechs hauptamtlichen und 400 freiwilligen Mitarbeiter wurde in das Katastrophengebiet geschickt. Konrad Metz war als Schirrmeister für die gesamte Logistik verantwortlich. „Am 30. Juli 1963 wurde der Hilfszug mit der Bahn von Stuttgart aus in das Erdbebengebiet verlegt und kam dort nach 52-stündiger Fahrt am 1. August vormittags an.“

Während des Einsatzes im Erdbebengebiet Skopje vom 1. August bis 4. September 1963 versorgte der DRK-Hilfszug Wolfhagen täglich 10 000 Menschen.

Der Aufbau der Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen, Küchen als auch eines 220-Betten-Lazaretts dauerten bis zum nächsten Morgen. Dann rollte die Versorgung der Bevölkerung mit Verpflegung an. Metz: „Wir haben täglich für 10 000 obdachlose Menschen das Frühstück, Mittag- und Abendessen zubereitet und rund um die Uhr Kaffee und Tee gekocht.“ Insgesamt, so Metz weiter, wurden bis zum Ende des Hilfszugeinsatzes am 4. September 285 000 Essensportionen zu- und 270 000 Liter Trinkwasser aufbereitet. Alle Nahrungsmittel ließ Metz in der Region kaufen. Nach 14 Tagen wurden durch Spenden in Deutschland 40 jeweils 80 Quadratmeter große Feldhäuser in Fertigbauweise gekauft, nach Skopje transportiert und von den Hilfszugmitarbeitern im Stadtteil Jorge Petrov aufgebaut. Drei davon stehen noch heute.

Während seiner beruflichen Tätigkeit für das Deutsche Rote Kreuz bis zur Pensionierung im Jahr 1997 war der Mazedonieneinsatz für Konrad Metz aber nur einer von insgesamt 33 Hilfseinsätzen im Ausland. Sein Fachwissen und seine logistischen Fähigkeiten waren unter anderem in Algerien, Polen, Marokko, Jemen, Iran, Äthiopien, Italien, Rumänien, Türkei, Armenien, oder Nicaragua gefrag. (zih)

Quelle: HNA

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