Aus der Braunkohlemulde wurde ein Ferienort, der viele treue Gäste hat – Wir unterhielten uns mit einigen

Einmal Silbersee, immer Silbersee

Auf dem Weg zum Paddeln: von links Nils Dreikhausen, Till Dreikhausen, Manuel Martin, hinten Mark Dreihausen.

Frielendorf. Am Silbersee in Frielendorf sind alle Menschen entweder zur Erholung oder zum Arbeiten. In den über 600 Betten allein im Feriendorf legen sich jetzt zur Hochsaison vorwiegend Familien aus dem Norden Deutschlands zur Ruhe, wie die Autokennzeichen auf den zentralen Parkplätzen verraten. Das Dorf ist nämlich autofrei, die jüngsten Gäste sollen sorglos spielen, laufen und planschen können.

Immerhin 150 000 Menschen besuchen jährlich den Silbersee nur für ein paar Stunden oder einen Tag. „Das ist wirklich ein Naherholungsgebiet“, versichert Bürgermeister Birger Fey. An Sonntagen wird es auf den großzügig bemessenen Parkplätzen eng. Der neueste Gästeliebling ist die „Silberseealm“, zu der das zuletzt arg in die Jahre gekommene Restaurant gerade umgebaut wurde. Der bayrische Flair zieht enorm, sagt Dietrich Hahn. Die gediegene Ausstattung nach den Vorschlägen eines großen Münchner Brauhauses gefällt, die süddeutsche Gastronomie auch.

Kein Widerspruch dazu ist, dass die wenigsten Feriengäste aus dem süddeutschen Raum den Weg nach Frielendorf finden, und die Gunst der einst so treuen Holländer müssen sich die Touristiker neu erwerben. Inzwischen sind viele Häuschen gründlich renoviert und klassifiziert, Qualität und Preis stimmen wieder. Deshalb sind jetzt zur Hochsaison viele Häuser im Dorf ausgebucht, die der Vermietungsgesellschaft Ferienwohnpark zum Beispiel komplett. Die Bücher zeigen ein sattes Jahresplus. Zwei weitere Vermietungsgesellschaften gibt es noch, einige bieten ihre Ferienimmmobilie privat an.

Auch ein Hotel gibt es am See. Gerade ist das Ehepaar Clodius dort wieder in seinem Stammapartment zu Gast – so wie alle Jahre seit 1994. Andere gönnen sich immer mal ein paar heitere Stunden, zum Beispiel an der Bobbahn. Wir treffen Jennifer Fenske, Tatjana und Emilia Peter aus Borken. Sie mögen auch das Tretbootfahren, und vielleicht probieren sie ja auch mal die Mietquads, den kleinen, aber feinen Vergnügungspark, die Gocarts, die Mountainbikemöglichkeiten und die Minieisenbahn. Oder, gefragt besonders an regnerischen Tagen, sie baden und saunieren im Wellness-Paradies.

Bürgermeister Fey ist völlig klar, dass es eine stets wachsende Anzahl von Attraktionen braucht und dass alles gepflegt und bezahlbar sein muss, um das Wohlwollen der Gäste zu erhalten.

Und sauber. In dieser Hinsicht ist die große Schwanenfamilie, die am See residiert, ein Problem. Ihre Hinterlassenschaften gleichen denen von Hunden und müssen dreimal täglich eingesammelt werden. Aber auch die Wege und Schilder, Spielgeräte, Rasenflächen, der Minigolfplatz: das Areal gehört größtenteils der Kommune, die mit der Pflege ganz schön eingespannt ist.

Die Hauptrolle spielt natürlich der See mit heute gut acht Hektar Oberfläche. An der tiefsten Stelle misst er 14 Meter, gespeist wird der ehemalige Tagebau von natürlichen Quellen. 300 Meter sind es quer hindurch, nicht wenige durchschwimmen den See gern und oft, zur Zeit hat das Wasser 22 Grad.

Auf die Schwimmer haben die jungen Leute von der DLRG ein wachsames Auge. Von Juni bis August dauert ihr Einsatz. „Die meisten Gäste sind vernünftig und freundlich“, lobt das Wochenteam.

Viele Stationen könnte man noch ansteuern, den Angelverein, die Marinekameradschaft, den Tante-Emma-Laden oder den Wohnmobilplatz. Der Silbersee, er ist Refugium und Anziehungspunkt für viele, ob nun für Stunden, Wochen oder eine ganze Saison.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

Kommentare