Einsätze der Rettungsdienste steigen seit Jahren

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Kreis Kassel. Die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes in Stadt und Landkreis Kassel steigen seit Jahren massiv an. Im Jahr 2011 waren es noch 41.848 Einsätze im Bereich der Notfallversorgung, 2015 waren es bereits 52.172.

Holger Gerhold-Toepsch, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Kassel-Wolfhagen, vermutet, dass das auch mit einer Ausdünnung der ärztlichen Versorgung zu tun hat. Außerdem, so sagt er, wählen viele lieber gleich den Notruf, statt ins Krankenhaus zu fahren - weil es schneller geht.

Die Entwicklung halte seit Jahren an, so Gerhold-Toepsch. Im Jahr 2015 hatte der DRK-Rettungsdienst des Kreisverbands 25.000 Einsätze im Jahr und damit 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „In den vergangenen zwölf Jahren haben sich die Einsatzzahlen fast verdoppelt“, sagt er.

Worauf die Steigerung zurückzuführen ist, kann Holger Gerhold-Toepsch nur vermuten. Neben der Reduzierung der ärztlichen Versorgung könnte die Einführung der einheitlichen Nummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst eine Rolle spielen. Wer als 35. Anrufer in der Warteschleife hänge, lege lieber auf und wähle den Notruf, so der DRK-Chef. Ein weiterer Grund für die gestiegenen Einsatzzahlen sei, dass immer häufiger wegen Kleinigkeiten die 112 gewählt werde.

Die Gründe für die gestiegenen Zahlen werden nicht erfasst, sagt Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel, die den Rettungsdienst für Stadt und Kreis koordiniert. Eine Einschätzung sei deshalb schwierig. Doch auch er vermutet, dass Betroffene eher den Krankenwagen alarmieren, wenn der Arzt nicht oder nicht schnell genug erreichbar ist.

Bei einem verstauchten Knöchel würde heute 112 gewählt, während man sich früher schlicht mit dem Auto ins Krankenhaus fahren ließ. Das würden Beobachtungen zeigen.

In Stadt und Landkreis Kassel gab es 2011 insgesamt 41.848 Rettungsdiensteinsätze, 2012 waren es 43.747, im Jahr 2013 wurden 46.485 Einsätze erfasst, 48.060 waren es 2014 und im Jahr 2015 wurden 52.172 gezählt.

Im Landkreis Kassel gibt es insgesamt zwölf Rettungswachen in Lohfelden, Baunatal, Vellmar, Kaufungen, Helmarshausen, Gieselwerder, Hofgeismar, Immenhausen, Balhorn, Ehlen, Wolfhagen und Hoof, sechs gibt es außerdem in der Stadt Kassel.

Hinzu kommen zwei Notarzt-Standorte im Landkreis in Hofgeismar und in Wolfhagen sowie drei in der Stadt Kassel.

Quelle: HNA

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