Übung: THW Fritzlar rückte in der Nacht aus – Gasexplosion mit Vermissten

Einsatz in Munitionsfabrik

So bahnt man sich einen Weg: Gruppenführer Andre Ludwig vom THW Fritzlar beseitigt ein Betonhindernis. Foto: nh

Fritzlar/Hirschhagen. Wer effektiv helfen will bei akuten Notfällen, der muss dafür ausgebildet und gerüstet sein. Für eine 24-Stunden-Großübung nutzte der THW-Ortsverband jetzt das Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik in Hirschhagen (nahe Hessisch Lichtenau), auf der noch Bunker und Gebäudereste aus der Nazizeit stehen.

„Gasexplosion in einer Sprengstofffabrik im Hirschhagener Industriegebiet“ lautete der Katastrophenfall, danach wurden mehrere Personen vermisst. Am Freitag gegen 19 Uhr wurde das THW Fritzlar alarmiert. Zugführer Johannes Fröhlich erläuterte seinen Gruppenführern Andre Ludwig und Swen Petereit-Faupel sowie weiteren Helfern die Lage. Wenige Minuten später rückten die Helfer aus. Es kamen die erste und die zweite Bergungsgruppe sowie die Fachgruppe Beleuchtung zum Einsatz.

Die alten Gemäuer inmitten des Hirschhagener Waldes boten das Umfeld für die Katastrophenübung des THW.

Auf dem 250 Hektar großen Gelände haben sich inzwischen zahlreiche Industriefirmen angesiedelt, Nachbarn wurden daher am Wochenende von den lauten Geräten nicht belästigt.

An den alten Gebäuden kamen das Wissen und das Gerät der Bergungsgruppen wirkungsvoll zum Einsatz. Tonnenschwere Betondecken von Bunkern mussten angehoben und anschließend abgestützt werden, um den Weg zu den Übungspuppen zu bahnen.

Beleuchtungsgruppe, Atemschutz-Einsatz, Höhenrettung mit einem Abseilgerät, Suche nach Vermissten und Verschütteten, die teilweise eingeklemmt waren: Das gesamte Repertoire des THW kam bis Samstagabend 18 Uhr zum Einsatz. Zum Schluss schwanden den Helfern die Kräfte.

THW-Ortsbeauftragter Jürgen Lau und Zugführer Johannes Fröhlich waren zum Abschluss stolz auf ihre schlagkräftige Mannschaft. (red)

Quelle: HNA

Kommentare