Forstamtschef hält Forderung der Umweltverbände für abwegig

Einschlagstopp für Buche gefährdet Jobs

Wolfhager Land. Die jüngste Forderung der Umweltverbände nach einem Einschlagstopp für alte Buchenwälder stößt beim Forstamt Wolfhagen auf massive Kritik. Für private und kommunale Waldbesitzer käme es einer Katastrophe gleich, die Nutzung der Buche einzuschränken, sagt Forstamtsleiter Uwe Zindel.

Der wirtschaftliche Schaden wäre enorm. Menschen in den Sägewerken würden ihre Jobs verlieren. Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen bilden innerhalb Deutschlands das Herz der Laubsägeindustrie. Mit einem Anteil von 45 Prozent wachsen gerade in Hessen die meisten Buchen. Deutschlandweit ist der Baum mit lediglich 15 Prozent vertreten.

Die heutigen Buchenwälder seien das Ergebnis einer nachhaltigen Forstwirtschaft, die auch in den Wäldern im Wolfhager Land seit einigen hundert Jahren praktiziert werde. Der Artenreichtum sei eine weitere positive Folge, sagt Uwe Zindel. Schon jetzt werde bei der Bewirtschaftung darauf geachtet, dass in den Wäldern mehr nachwächst, als eingeschlagen wird.

Die Umweltverbände NABU, BUND und Greenpeace fordern zehn Prozent des öffentlichen Waldes bzw. alter Buchenbestände aus der Bewirtschaftung zu nehmen und stillzulegen. „Im Bewusstsein, dass die Deutschen ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrem Wald haben, sollen hier Ängste und Sorgen geschürt werden“, so der Vorsitzende des Gemeinsamen Forstausschusses „Deutscher Kommunalwald“, Winfried Manns.

Er appelliert an die Umweltverbände, sich in der Debatte um die Zukunft des Waldes an den Fakten zu orientieren. So habe das Bundesamt für Naturschutz der Forstwirtschaft eine hervorragende Leistungsbilanz bescheinigt. Die Entwicklung des Artenreichtums im Wald habe schon heute einen Zielerreichungsgrad von 81 Prozent und liege damit an der Spitze aller Flächennutzungen. Manns: „Naturschutz und Holznutzung sind also kein Gegensatz.“  Zum Tage, Seite 3

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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