Gegner führen Tierschutz an

Einspruch beim RP: Naumburger kritisieren Ausbau der Windenergie

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Mögliches Szenario: Die ausgewiesenen Vorrangflächen für Windräder rund um Naumburg rufen Kritiker auf den Plan.

Naumburg. Gegen den Ausbau der Windenergie wächst in Naumburg Widerstand. Viele haben gegen den Teilregionalplan Energie Widerspruch beim Regierungspräsidium Kassel eingereicht.

Konkret geht es um die im Regionalplan ausgewiesenen Vorranggebiete für Windkraftanlagen bei Naumburg-Elbenberg (Sandkopf/Netzer Berg, 103 Hektar) sowie Waldeck-Netze (Rauschberg, 139 Hektar).

Klaus Albrecht

„Naumburg wirbt für sich mit dem Slogan Raum für Natur“, sagt Klaus Albrecht, „dies würde mit weiteren Windrädern in der Gemarkung ad absurdum geführt“. Der Stadtverordnete (Linke) der Stadt Naumburg führt zudem den Tierschutz an. „Rotmilane, Habichte und Schwarzstörche, die nachweislich dort vorhanden sind, werden durch die Windräder, wenn nicht erschlagen, so doch vertrieben“, sagt Albrecht.

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Auch Ulrike Thüre aus dem Stadtteil Elbenberg hat beim Regierungspräsidium (RP) schriftlichen Widerspruch eingelegt. Sie befürchtet, dass vor allem Elbenberg durch die „Verspargelung“ der Landschaft an Attraktivität und Immobilien an Wert verlieren könnten. Außerdem glaubt auch sie, dass der regionale Tourismus leide und sorgt sich um die Wanderwege Bonifatiuspfad, Grenzsteinweg, Habichtswaldsteig sowie den Fernwanderweg Diemel-Eder: „Von einer Märchenlandschaft kann nicht die Rede sein, wenn Windräder das Landschaftsbild bestimmen“.

Deutlicher drückt sich Burkhard Dux aus Naumburg aus. Er spricht von einer „Vergewaltigung der Natur“. Ziel solle es vielmehr sein, die einzigartige Landschaft rund um Naumburg zu erhalten. „Sie hebt das Selbstwertgefühl der Menschen und ist die Grundlage für einen sanften Tourismus und wirtschaftlichen Erfolg", sagt Dux.

Er führt ebenso gesundheitliche Gründe an. So seien mögliche gesundheitliche Schäden durch Infraschall noch nicht ausreichend erforscht. „Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, werden in Dänemark deshalb kaum noch Windenergieanlagen genehmigt und gebaut“, sagt er. Deutsche Behörden hingegen würden diese Sorgen noch herunterspielen.

15 000 Einsprüche

Wie viele Einsprüche beim RP bislang eingegangen sind, konnte Sprecher Michael Conrad auf Anfrage unserer Zeitung nicht sagen. „Erfahrungsgemäß kommt ein Großteil der Einsendungen erst kurz vor Ablauf der Frist“. Zahlen könne er frühestens Ende kommender Woche nennen. In der ersten Beteiligungsrunde vor zwei Jahren waren 15 000 Einsprüche eingegangen.

Die Frist für Anregungen und Bedenken endet am Freitag, 29. Mai. Stellungnahmen können elektronisch und schriftlich beim RP, Geschäftsstelle der Regionalversammlung Nordhessen, abgegeben werden. (ses)

Der Plan mit sämtlichen Vorrangflächen ist auf der Internetseite des RP abrufbar: www.rp-kassel.hessen.de

Quelle: HNA

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