Mauern in den Erde werden gekennzeichnet

Heimat- und Geschichtsverein hat den Schützeberg neu gestaltet

Neuer Zaun: Der Heimatverein hat das Plateau des Schützebergs jetzt eingezäunt.

Wolfhagen. Freude beim Wolfhager Heimat- und Geschichtsverein: Die Wolfhager Bürgerin Hildegard Blank hat den Verein in ihrem Testament mit 14 550 Euro bedacht. Die Mitglieder stockten nun den Betrag mit Vereinsmitteln auf und setzten verschiedene Projekte um. Eines davon ist die Gestaltung des Schützebergs.

„Wir wollten den Ort würdiger gestalten“, erklärt Hermann Neumeyer. Deshalb habe man das Plateau begradigt und vom Unrat befreit. Danach haben die Vereinsmitglieder einen Zaun mit Tor gesetzt.

Eine aufgestellte Informationstafel enthält unter anderem eine Fotomontage, in der die barocke Nachfolgekirche der alten Erzpriesterkirche von Homberg-Berge auf den Schützeberg dargestellt ist. In Kürze sollen noch die Stellen, an denen Mauerreste der romanischen Kirche von Turm, Außenmauern und Chor unter der Bodenbedeckung schlummern, durch eine Markierung mit Baumstämmen kenntlich gemacht werden. Nach Auskunft von Neumeyer kosteten diese Arbeiten insgesamt 5700 Euro.

Auf dem Schützeberg nahm im achten Jahrhundert das Christentum im Wolfhager Land seinen Anfang. Möglicherweise weihte hier Bonifatius persönlich die erste Kirche auf dem Schützeberg, die er als Eigenkirche in Besitz nahm, und taufte hier auch die ersten Menschen des späteren Wolfhager Landes. Über seinen Nachfolger Lullus gelangte die Kirche als Schenkung an Karl den Großen, der sie 782 an das Petersstift in Fritzlar weitergab. Innerhalb des Archidiakonats Fritzlar war die Pfarrkirche St. Petri auf dem Schützeberg spätestens 1131 auch Sitz eines Erzpriesters. Ihm waren 13 Tochterkirchen unterstellt.

So war der Schützeberg, an dessen Hang sich bis zur Gründung der Stadt Wolfhagen im Jahr 1231 auch das Dorf Schützeberg befand, lange Zeit religiöser Mittelpunkt.

Durch die vom thüringischen Landgrafen Ludwig IV. neu gegründete Stadt Wolfhagen begann dann aber bereits der allmähliche Niedergang des Schützeberges und seines Erzpriestersprengels. Die Bevölkerung der zu ihm gehörenden Dörfer Schützeberg, Elmarshausen, Gasterfeld, Gran und Todenhausen wanderte in die aufstrebende Stadt Wolfhagen ab und hinterließ in ihren alten Flurgemarkungen Wüstungen. Das alles hatte zur Folge, dass der Pfarrer der Pfarrei Schützeberg bereits im Jahr 1235 seinen Wohnsitz in der Stadt Wolfhagen nahm, obwohl die Stadtpfarrkirche noch lange Tochterkirche der St. Petrikirche auf dem Schützeberg war.

In den Reformationsjahren 1526/27 wurde die Kirche aufgegeben und die Pfarrei Schützeberg nach Altenhasungen verlegt. Danach verfiel die Kirche und ihre Reste wurden gewaltsam abgebrochen, vor allem im Jahr 1576, als der hessische Landgraf Wilhelm IV. den Zierenbergern erlaubte, ihren Kirchturm mit den Steinen vom Schützeberg zu vollenden. Da sich das die Wolfhager nicht gefallen ließen, dürften auch einige Steine nach Wolfhagen gelangt sein.

Das Tympanon an der Kirche in Altenhasungen stammt auch vom Schützeberg. Es stellt ein altes Taufmotiv dar. So wird man durch die Kirche in Altenhasungen daran erinnert, dass die Kirche auf dem Schützeberg die älteste Taufkirche im Altkreis war. (ewa)

Quelle: HNA

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