Tarifgebiet Kassel Plus: Keine Mehrheit im Stadtparlament für FDP-Prüfantrag

Einstieg nicht bezahlbar

Zierenberg. Aus dem Altkreis Wolfhagen zählt bislang nur Habichtswald zum kleinen Club der Kommunen, die zum Tarifgebiet Kassel Plus gehören. Für Lutz Kuschel, für die FDP im Zierenberger Stadtparlament, sollte Zierenberg auch dazugehören.

Für die Bürger Habichtswalds wie auch der anderen zu Kassel Plus gehörenden Städte und Gemeinden bedeutet die Zugehörigkeit: Sie kommen beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Genuss wesentlich günstiger Tarife. Und dass würde auch die Zierenberger freuen. Deswegen stellte Kuschel den Antrag, der Magistrat der Stadt Zierenberg möge prüfen, ob ein Einstieg Zierenbergs möglich wäre.

Wenn ja, würde beispielsweise die Einzelkarte von Zierenberg nach Kassel und umgekehrt 3,30 Euro statt 4,90 Euro kosten, die Wochenkarte 20 statt 30,50 Euro und die Monatskarte gar nur noch 66,50 statt 102,50 Euro.

Kuschel begründete seinen Antrag damit, dass die günstigeren Preise einen Effekt für die Zukunft der Stadt haben würden. Mobilität spiele dabei eine wichtige Rolle und vor allem auch deren Preis. Die Bauplätze der Stadt ließen sich möglicherweise besser vermarkten. Der Liberale: „Vielleicht können wir dem demografischen Wandel in Zierenberg auch etwas entgegenwirken mit einem attraktiven Standort für viele Arbeitnehmer aus Kassel und Umgebung.“

Bürgermeister Stefan Denn (SPD) hatte in einer Stellungnahme bereits deutlich gemacht, dass er keine Chance für die Stadt sieht, ins Tarifgebiet Kassel Plus zu kommen. Er habe bereits im Frühjahr einen Vorstoß gegenüber dem Landkreis und dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) unternommen. Denn: „Das Ergebnis ist niederschmetternd.“

Nicht zulässig

Der NVV habe mitgeteilt, dass nach einem Beschluss des Aufsichtsrats aus dem Jahr 2007 keine weiteren Städte und Gemeinden mehr in das Tarifgebiet Kassel Plus integriert werden. Zudem zahlten die beteiligten Kommunen jährliche Beträge „zwischen 40 000 und weit über 100 000 Euro“, so Denn, damit die Fahrpreise für die Nutzer günstiger sind. Das sei eine freiwillige Leistung, die angesichts der defizitären Haushaltslage Zierenbergs nicht zulässig sei.

„Nicht finanzierbar“ lautet auch das Urteil von Adrian Probst (CDU), „so sinnvoll und wünschenswert die Erweiterung auch wäre“.

Unterstüzung für den FDP-Antrag kam von der UWG. Dr. Bärbel Mlasowsky sagte, es sei doch zunächst nur ein Prüfantrag. „Wir wissen alle nicht, was es kosten würde. Gespräche führen, ist doch nicht schädlich.“

Der Antrag wurde mit der Mehrheit von SPD und CDU abgelehnt. (nom)

Quelle: HNA

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