Baustelle Wieragrund: Geschäftsleute fühlen sich nicht genügend informiert – Stadt will HGV künftig in Pläne einbeziehen

Im Einvernehmen mit den Händlern

Christian Herche

Treysa. Schwalmstadt baut. Und wie zu erwarten, verlaufen die Arbeiten an der Großbaustelle nicht reibungslos. Von Mitte August bis Anfang Dezember musste die Bahnhofstraße gesperrt werden, weitere Sperrungen – spätestens, wenn die Wieragrundstraße an die Bahnhofstraße angebunden wird – werden folgen. Die Geschäftsleute aus der Bahnhofstraße und der Wagnergasse fühlen sich von Seiten der Stadt nicht ausreichend informiert. Deshalb hatten die Mitglieder der Handels- und Gewerbevereinigung (HGV) am Mittwoch die Stadtverordneten und Bürgermeister Wilhelm Kröll zu einem Gespräch in die Stadtsparkasse eingeladen.

Christian Herche stellte zunächst kurz die Situation der Einzelhändler dar. Die Sperrung der Bahnhofstraße habe nach und nach die Kundenfrequenz halbiert, Laufkundschaft gebe es kaum noch. „Das liegt unter anderem daran, dass die Leute von der schlechten Parksituation genervt sind. Was folgt, ist die Umgewöhnung auf andere Einkaufsmöglichkeiten und entsprechende Umsatzeinbrüche.“ Die Geschäftsleute beklagen, dass die Informationen zu kurzfristig fließen und Änderungen im Zeitplan erst im Zuge der Arbeiten bekannt gegeben würden.

Die Geschäftsleute wünschen sich eine engere Absprache. Auch fühlen sie sich nicht in die Planungen miteinbezogen. „Wichtig ist, dass wir auch am Verkehrskonzept mitarbeiten“, sagte Bernd Gundlach. Der Erste Stadtrat Detlef Schwierzeck räumte Versäumnisse ein, stellte aber klar: „Wir werden es besser machen, aber auf den Tag genau lassen sich Bauarbeiten dieser Größenordnung nicht terminieren.“ Klar sei aber schon jetzt, dass die Bahnhofstraße nach den Osterferien 2012 für weitere zwei bis drei Wochen komplett gesperrt werde. Im Bereich des Bahnhofes erfolgt dann die Anbindung an die neue Wieragrundstraße.

Anbindung über Brücke

Zur Diskussion stand auch, inwieweit die Parkplätze des Aldi-Marktes übergangsweise auch für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen. „Die Investoren haben da ihre Bereitschaft signalisiert“, erklärte Kröll. Es müsse aber darauf geachtet werden, dass der Parkplatz nicht von Dauerparkern genutzt werde. Sprechen müsse man auch über eine Anbindung an die Bahnhofstraße, eventuell über eine Behelfsbrücke. Noch völlig unklar ist die Verkehrsführung. „Aber das wird im Einvernehmen mit Ihnen geschehen“, versprach Kröll.

Einstimmig signalisierten die Geschäftsleute ihr Votum gegen eine Fußgängerzone. Man favorisiere die Lösung einer Verkehrsberuhigung und der einseitigen Befahrung. Kröll kündigte an, dass es im Januar eine umfassende Baubesprechung geben werde. Die Handels- und Gewerbevereinigung Treysa will bis dahin gemeinsam mit dem Gewerbeverein Ziegenhain ein Konzept zum Thema Stadtmarketing erarbeiten.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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