Einzelhandel: Kannibalisierung der Geschäfte durch Einkaufszentrum Wieragrund

Schwalmstadt. Der Einzelhandelsverband Hessen-Nord lehnt weiterhin das Einkaufszentrum Wieragrund in dieser Größenordnung ab. Das teilte der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Hessen Nord, Martin Schüller, mit.

"Die Aussage des Bürgermeisters, Ziegenhain wäre gut aufgestellt, stimmt zum jetzigen Zeitpunkt", schreibt Schüller. Bei einer Umsatzerwartung von 40 bis 50 Millionen Euro im neuen Einkaufzentrum Wieragrund könne sich jeder ausmalen, dass es zu erheblichen Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft in Schwalmstadt und den Umlandgemeinden kommen werde.

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„Zukünftig wird die Musik in Treysa spielen, während über kurz oder lang die anderen Einzelhandelsstandorte erheblich geschwächt und dann ganz verschwinden werden“, meint der Sprecher des Einzelhandelsverbandes. Dies werde auch erhebliche Auswirkungen auf die Immobilienpreise haben. Es habe nur bezüglich des Sortimentes Lebensmittel Untersuchungen gegeben.

"Hier wird es zu einer Kannibalisierung nicht nur innerhalb Schwalmstadts kommen, wie die Reaktion der Firma Tegut zeigt." Das sei nicht auf den Lebensmittelhandel beschränkt. "Vollkommendes Unverständnis zeigt der Einzelhandelsverband gegenüber der Vorgehensweise bei der Informationspolitik und bei dem Ablauf der Entscheidungen", teilt Schüller weiter mit.

In der Stadtverordnetenversammlung sei ein Bebauungsplan beschlossen worden, aber der geheime städtebauliche Vertrag mit den Investoren werde erst danach verhandelt. Dies sei, als wolle ein Kunde beim Händler eine Ware kaufen, bezahlt und nach Abwicklung des Kaufs mit dem Händler über den Preis verhandeln, so Schüller. Beim Thema Geld müsse sich die Stadt fragen, ob sie das Projekt mit erheblich weniger Fördermittel stemmen könne, da "die Städtebaufördermittel des Bundes im nächsten Jahr um 50 Prozent gekürzt werden sollen".

Dies habe auch Auswirkungen auf Hessen. "Merkwürdig" findet der Einzelhandelssprecher die zwischenzeitlich aufgetretenen neuen Fakten, "dass ein Vorkaufsrecht für Grundstücke für andere Personen als den Investoren besteht". In der Stadtverordnetenversammlung sei immer die Rede gewesen, man habe endlich alle Grundstücke zusammen. Letztendlich solle ein überdimensioniertes Einkaufszentrum durchgepeitscht werden. (aqu)

Quelle: HNA

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