Eins von zehn Weihnachtsgeschenken wurde per Internet gekauft

Einzelhandel stöhnt über Konkurrenz im Netz

Schwalm-Eder. Jedes zehnte Geschenk unterm Weihnachtsbaum zwischen Schwalm und Eder wurde in diesem Jahr nicht in einem Ladengeschäft, sondern per Internet gekauft. Besonders betroffen ist der Buchhandel. Dort ist der Einbruch weit heftiger.

Das bestätigt Bernd Vockeroth. Der 53-jährige Buchhändler mit Läden in Fritzlar, Melsungen und Gensungen spürt die Zuspitzung der Situation im Vergleich mit dem vorigen Weihnachtsgeschäft sehr deutlich, „unsere Umsätze brechen weg“. Mit solch einer Entwicklung habe er vor knapp 20 Jahren als junger Lehrer und Einsteiger in die Buchhandelsbranche nicht gerechnet. Nun sei es entscheidend, die Kunden zum Umdenken zu bringen, „wir bieten das Gleiche wie Amazon und noch mehr: authentische Beratung“.

HNA-Kommentar

Anne Quehl: Verteufeln bringt nichts

Martin Schüller (Einzelhandelsverband Hessen Nord) weiß, dass auch kleine und mittelständische Händler „auf den Zug aufspringen müssen“. In Zeiten, wo fast jeder ein Smartphone dabei hat, müsse jeder Geschäftsmann mindestens marketingmäßig im Netz präsent sein, auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Google-Plus. Unternehmen wie das Modecentrum Sauer mit seinen Häusern in Bad Hersfeld, Homberg, Schwalmstadt, Neukirchen und Eschwege machten es vor. Sauer betreibt vier Online-Shops. Oder Daniel Karwacki (Neukirchen): Der Inhaber des Schuh- und Sporthauses hat seinen Online-Shop „worldofsport.de“ schon vor Jahren gegründet und erzielt damit über die Hälfte des Umsatzes.

Es sei entscheidend, eine Nische für sich zu entdecken und Vertriebswege zu verknüpfen, lautet Schüllers Rat. Und das klassische Ladengeschäft habe noch lange nicht ausgedient, „nicht wenige kaufen übrigens im Laden, nachdem sie sich im Internet informiert haben“.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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