Einzelhandelskonzept: Schwalmstadt zieht nach wie vor

Sonnenaufgang in der Bahnhofstraße: Die Schwalmstädter schätzen das Stadtzentrum Treysa mehr, als mancher vermutete. Fotos:  1 Quehl/1 Haaß

Schwalmstadt. „Ziel des Einzelhandelskonzepts muss es sein, die Grundversorgung im gesamten Stadtgebiet zu sichern und weiterzuentwickeln“, sagte Torben Döring bei der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bauausschusses.

Vor knapp einem Jahr hatte die Stadt das Dortmunder Planungsbüro „Stadt und Handel“ mit der Erstellung eines Einzelhandelskonzepts beauftragt. Jetzt wurde das Ergebnis der Dortmunder von Döring in aller Ausführlichkeit vorgestellt.

Rechts- und Planungssicherheit für Stadt und Investoren soll geschaffen werden. „Ein ausgewogenes Konzept für den städtischen Einzelhandel sollte sich an der Kaufkraft der Bevölkerung, der Bevölkerungsentwicklung, Stichwort demografischer Wandel, sowie den Verkaufsflächenansprüchen orientieren“, erläuterte Döring die Eckpunkte.

Um die benötigten Daten erheben zu können, führten die Stadtplaner in den vergangenen zwölf Monaten intensive Gespräche in Arbeitskreisen, analysierten die vorhandenen Strukturen und befragten sowohl Händler wie auch Kunden. Überraschenderweise habe sich dabei auch heraus, dass viele Passanten die Aufenthaltsqualität in Schwalmstadt eher positiv einschätzen - ganz im Gegensatz zu manchem Händler.

Torben Döring

Aktuell kommen in Schwalmstadt auf jeden Einwohner 3,63 Quadratmeter Verkaufsfläche. „Im Vergleich zu anderen Kommunen bewegt sich Schwalmstadt damit auf einem hohem Niveau, die Zentralität ist gut“, zählte Döring Schwalmstadts Stärken auf.

„76 Prozent aller Schwalmstädter orientieren sich bei Ihren Einkäufen an Schwalmstadt“, nannte der Planer ein weiteres Untersuchungsergebnis, welches den einen oder anderen vermutlich überraschte. „Schwalmstadt ist fußläufig relativ gut versorgt“, zitierte Döring aus der Analyse des Planungsbüros und sieht für weitere Lebensmittelmärkte in Schwalmstadt daher kein Potenzial mehr.

Die Dortmunder Fachleute empfehlen in dem Konzept, sich auf die Zentren zu konzentrieren, die Nahversorgung sicherzustellen, aber auch Sonderstandorte bereitzustellen. Aus Sicht der Stadtplaner kann es dabei neben dem Hauptzentrum Treysa inklusive des Fachmarktzentrums Walkmühlenweg und des zukünftigen Einklaufszentrums Wieragrund nur ein Nebenzentrum, Ziegenhain, geben. Darüber hinaus schlagen sie vor, für Treysa Sonderzentren im Bereich Friedrich-Ebert-Straße und Ascheröder Straße auszuweisen. „Die städtebauliche Situation ist sehr attraktiv“, lobte Döring Schwalmstadt. Ziel des Einzelhandelskonzepts müsse sein, „weiteren Wildwuchs zu verhindern und zentrale Versorgungsbereiche zu stärken.“

V on Matthias Haaß 

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Quelle: HNA

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