Einzelkämpfer in der Lochbachklamm - Rainer Krause räumt nach Überschwemmungen in der Schlucht auf

Viel zu tun: Rainer Krause aus Hülsa räumt in der Lochbachklamm auf, in der das Unwetter vom Samstag erhebliche Schäden angerichtet hatte. Fotos: Metzger, Braun

Wallenstein/Hülsa. „So etwas habe ich hier noch nicht erlebt.“ Wenn Rainer Krause die Situation in der Lochbachklamm auf diese Weise beschreibt, will das etwas heißen. Seit 1982 kümmern er und sein Bruder Friedhelm sich ehrenamtlich um den Bachlauf, der am Samstag bei einem Unwetter überflutet wurde.

Durch den andauernden Regen sei das Wasser von der Straße die Hänge hinunter in die Klamm gelaufen. Es sammelte sich im Bach und habe enorme Kraft entwickelt. Steine, Gehölz und Schlamm wurden durch das enge Tal gespült. Der Unrat setzte sich an verschiedenen Stellen fest. Das Wasser läuft zwar noch ab, „aber das muss alles weggeräumt werden. Bei der nächsten Überschwemmung wird es sonst noch schlimmer“, sagt Rainer Krause.

Eine Brücke ist etwas eingesackt. Dämme, wie von einem Biber angelegt, sind in der Klamm entstanden. Generell bestehe aber keine Gefahr für Besucher. In Absprache mit dem Forstamt sperrte Krause den Wanderpfad in der Klamm Anfang der Woche dennoch vorsorglich. Am Wochenende soll der Weg wieder freigegeben werden. Normalerweise kontrolliert und protokolliert Rainer Krause die Klamm einmal im Monat.

Nachdem er am Wochenende erste Berichte über den Zustand der Klamm gehört hatte, machte er sich am Montag gleich auf den Weg. In der Klamm hat er diese Woche schon viele Stunden verbracht. Aber alleine können der 73-Jährige und sein 78-jähriger Bruder die Arbeit nicht schaffen. Sie würden sich über ehrenamtliche Helfer freuen.

Wie viel Zeit er in der Klamm schon verbracht hat, vermag Krause nicht zu sagen: „Das ist eine Lebensaufgabe“, meint er. 1982 haben der Wanderfreund und sein Bruder mit Helfern den Pfad überhaupt erst angelegt. „Wir haben Teile des Geländes abgehackt und so die Wege angelegt.“ Nach und nach wurde der Pfad über mehrere Jahre fertiggestellt.

Wer beim Aufräumen helfen will, kann sich bei Rainer Krause melden. Allerdings nur auf dem Haustelefon - sein Handy fiel ihm beim Arbeiten in die Klamm. Er trägt es auf seine Art mit Fassung und meint: „Wenn die Hände beim Räumen schmutzig werden, kann man sie direkt wieder im Lochbach waschen.“ • Kontakt: Rainer Krause, Tel. 05686/563.

Schlucht ist 1,5 Kilometer lang 

Die Lochbachklamm ist etwa 1,5 Kilometer lang und liegt zwischen dem Homberger Stadtteil Hülsa und dem Knüllwalder Ortsteil Wallenstein. Sie ist Teil eines 8,5 Kilometer langen Rundwanderweges (siehe Grafik). Er ist mit einem Roten „L“ auf weißem Grund gekennzeichnet.

Der Weg durch die Schlucht führt über 16 kleine Holzbrücken, kurze Steige und teilweise enge Pfade. Etwa 150 Höhenmeter sind zu überwinden. Die Lochbachklamm wird gerne von Touristen und für Tagesausflüge genutzt. In Hülsa und Wallenstein gibt es Einkehrmöglichkeiten.

Quelle: HNA

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