Eiserne Hochzeit: In Beberbeck hat es Klick gemacht

Verliebt wie am ersten Tag: Marianne und Georg Frese aus Oberelsungen sind seit 65 Jahren verheiratet. Foto:  zhf

Oberelsungen. Marianne und Georg Frese aus Oberelsungen sind seit 65 Jahren verheiratet.

Seit ihrer Diamantenen Hochzeit vor fünf Jahren hat sich viel getan im Hause Frese. Schönes und weniger Schönes, doch an ihrem heutigen Ehrentag ist für Marianne und Georg Frese die Hauptsache, dass sie das Fest der Eisernen Hochzeit gemeinsam verbringen können. „Ein Geschenk Gottes war, dass unser zweiter Urenkel Mika geboren wurde, da habe ich wieder die Wunder des Lebens erkannt“, sagt Frese, der Schweres durchleiden musste. „Ein harter Schicksalsschlag war der Schlaganfall meiner Frau Marianne, von dem sie sich aber Gott sei Dank wieder gut erholt hat.“

Für die 87-Jährige ist es die größte Freude, dass die Familie in den vergangenen Jahren noch enger zusammengerückt ist, Kinder und Enkelkinder mittlerweile in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen. „Unser Wohnzimmer ist Dreh- und Angelpunkt, und es ist immer wunderschön, wenn wir alle zusammenkommen.“ So freut sich das Jubelpaar, heute daheim im engsten Kreis den Ehrentag zu feiern. Sicher werden sie dann auch gemeinsam in Erinnerungen schwelgen, haben sie doch in 65 gemeinsamen Ehejahren viel zusammen erlebt.

Der Funke sprüht während ihrer Reise in die Vergangenheit noch ähnlich stark wie an jenem Tag im Herbst 1948, als sich auf einer Geburtstagsfeier in Beberbeck ihre Wege zum ersten Mal kreuzten. „Es hat sofort Klick gemacht“, erinnert sich Frese. „Es waren wohl die blonden Haare und die schönen Beine, die meine Blicke auf sie lenkten.“ Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnte, war die bevorstehende Kraftanstrengung, die die junge Liebe mit sich bringen sollte. Zwei Mal die Woche schwang er sich auf den Drahtesel und strampelte pro Strecke 25 Kilometer, um seine junge Eroberung in deren Heimat Beberbeck zu sehen. Die Anstrengung hat sich gelohnt, denn bis zur Verlobung sollte es nicht lange dauern, die Hochzeit folgte am 30. Januar 1950 im Beberbecker Schloss.

Es war ein sonniger Wintertag, die Gäste fuhren in der Pferdekutsche vor, während Oma Wino in der Küche das Festmahl zubereitete. Das erste gemeinsame Zuhause war eine kleine Wohnung in Freses Elternhaus. Schnell gesellte sich ein Mitbewohner hinzu, denn Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten. Im Sommer 1950 mischte Sohn Klaus-Dieter den Haushalt durcheinander. Mehr Platz war zunächst nicht nötig, was sich zehn Jahre später mit der Geburt der Zwillinge Gabriele und Marion änderte. Ein Haus musste her, und so gingen die Bauarbeiten am Eigenheim in Oberelsungen los.

Georg Frese arbeitete bei der Bahn, absolvierte zunächst eine Schreinerausbildung und stieg später auf bis in den Hauptvorstand der Gewerkschaft der Eisenbahner. Das alles hätte er ohne die Unterstützung seiner Frau nicht geschafft, wofür ihr der 88-Jährige noch heute dankbar ist, nach 65 Jahren Ehe.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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