Ehrenbürgerwürde für Wolfhager Juden

Töpfer: Energiewende ist Chance für Stadt

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Klaus Töpfer

Wolfhagen. Man hat sich lange schwer getan in Wolfhagen mit der braunen Vergangenheit, den Jahren ab 1933. Inzwischen hat sich das geändert, mit Unterstützung der aus Wolfhagen stammenden Juden Lutz Kann und Ralph Mollerick beschäftigt man sich mit der Aufarbeitung dieses Kapitels Wolfhager Geschichte.

Am 13. Februar werden beide Männer, wie Bürgermeister Reinhard Schaake während des Neujahrsempfangs am Sonntag bekannt gab, zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt. Es ist eine Auszeichnung, die in Wolfhagen seit 80 Jahren nicht mehr verliehen wurde.

Zwei Themen standen neben der Ehrenbürgerschaft in Schaakes Blick auf das Jahr 2013 im Fokus: die Aufnahme von Flüchtlingen aus Ländern wie Syrien und Afghanistan in der früheren Kaserne und die „Energieeffiziente Stadt“.

Den Schwerpunkt Energie nahm dann auch der Festredner des Empfangs, der frühere Umweltminister und ehemalige Direktor des UN-Umweltprogramms Prof. Klaus Töpfer auf. Töpfer verstand es, seine Ansprache trotz ernster Inhalte mit angemessenem Humor kurzweilig zu halten.

„Armut ist in erster Linie Energiearmut.“

Die Energieversorgung einer rasant wachsenden Weltbevölkerung war ein Punkt, über den der 75-Jährige in Wolfhagen sprach. Mitte des Jahrhunderts werden rund neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. In Deutschland werde sich die Bevölkerung gegen den globalen Trend entwickeln: Bis 2050 werde die Bevölkerung in Deutschland um zwölf Millionen abnehmen. Die Europäer werden nur noch fünf Prozent der Weltbevölkerung stellen.

„Wie schaffen wir es, für alle auf der Welt ein lebenswertes Leben zu ermöglichen?“, fragte Töpfer. Eine zentrale Rolle spiele die Energie. „Armut ist in erster Linie Energiearmut.“ Die Energiewende, die Abkehr von fossilen Energieträgern und der Kernkraft sei wesentlich. Und hierbei sei Deutschland weiter als die meisten anderen Länder. Nun gelte es, die Kostenkurve für die erneuerbaren Energien zum Sinken zu bringen.

Dezentrale Lösungen

Töpfer sprach sich auch für dezentrale Lösungen wie Blockheizkraftwerke aus, die Sanierung alter Anlagen, die Steigerung der Energieeffizienz. Die Energiewende sei „eine Fundgrube an neuen Technologien“.

Der Anhänger des Genossenschaftsmodells im Bereich der Energieerzeugung betonte, die Energiewende sei eine große Chance für Wolfhagen „und deswegen wünsche ich Ihnen für 2013 den selben Elan, den Sie bislang hatten, und vielleicht noch mehr.“

Quelle: HNA

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