Möbelhaus Dickhaut startet unter Schaumann-Regie

Homberg. Ein Elefant soll das Homberger Traditionsmöbelhaus Dickhaut nach der Insolvenz in die Neuzeit ziehen. Mit dem Dickhäuter im neuen Firmen-Logo, vor allem aber auch mit vielen baulichen und strukturellen Veränderungen geht das Möbelhaus unter dem Dach der Kasseler Schaumann-Gruppe jetzt wieder an den Start.

Am Montag, 11. Juni, werde das Geschäft neu eröffnet, kündigte Firmenchef Hermann Schaumann (51) gestern in Homberg an.

Für zwei Millionen Euro ist das Gebäude komplett umgebaut worden. Noch einmal soviel Geld habe man in den Innenausbau und den Warenbestand investiert.

Besonders auffällig: Die große Schaufenster-Front aus Glas ist verschwunden. Die Fassade wurde komplett verkleidet und gedämmt. Die Einfachverglasung aus den 70er Jahren habe zu viel Energie geschluckt. Sie habe außerdem die Präsentation der Möbel erschwert, erklärte Schaumann.

Auch das Dach sei gedämmt, eine neue Heizung eingebaut und eine energiesparende Beleuchtung installiert worden. Der Markt erhält eine neue Zufahrt zur Ziegenhainer Straße, und die Zahl der Parkplätze soll vergrößert werden.

Küchen im Direktvertrieb

Unter der Regie von Schaumann werde Möbel-Dickhaut ein Vollsortiment mit verschiedenen Einrichtungswelten anbieten, kündigte der Firmenchef an. Eine Besonderheit sei der Direktvertrieb mit dem Küchenpartner Brinkmeier. In der Küchenwelt werden zum Start insgesamt 55 Küchen ausgestellt sein.

Die Ausstellungsfläche sei deutlich vergrößert worden, vor allem um den Bereich der bisherigen Verwaltung, sagte Schaumann. 1000 Quadratmeter wurden so gewonnen, insgesamt stehen jetzt 8000 Quadratmeter zur Verfügung.

Zum Vergleich: Im Schaumann-Stammhaus in der Kasseler Knorrstraße sind es 20 000. Verwaltung und Logistik sind künftig in Kassel angesiedelt. Möbel-Dickhaut wird mit 23 Mitarbeitern an den Start gehen. Für alle Bereiche würden noch Leute gesucht, sagte Hermann Schaumann. Sie sollen dann teilweise die Beschäftigten ersetzen, die aus anderen Schaumann-Häusern nach Homberg abgezogen werden. Vor der Insolvenz im vergangenen Jahr hatte Dickhaut 34 Mitarbeiter.

Zu hohe Personalkosten

Das Scheitern des Homberger Familien-Unternehmens erklärt der neue Firmenchef mit einem erheblichen Investitionsstau. Die Personalkosten seien zu hoch gewesen. Das Familienunternehmen, das aus der Möbel-Produktion entstanden ist, habe zu viele Mitarbeiter in den Handel mit übernommen. Möbel-Dickhaut war vor 272 Jahren gegründet worden. Es ist laut Schaumann das zweitälteste Möbelhaus Deutschlands.

Er freue sich, dass das Unternehmen in Homberg erhalten werden konnte, sagte Bürgermeister Martin Wagner. Es sei ein wichtiger Anziehungspunkt und stärke Homberg als Einkaufsstandort. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Familie Dickhaut sei sehr unkompliziert gewesen, erklärte Hermann Schaumann.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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