Grundversorgung vor über 100 Jahren

Altenstädter Erzählcafé: Die Elektrizität kam im Jahr 1910

Grundversorgung war Thema beim Erzählcafé: Willi Gerhold (rechts) eröffnete zusammen mit Otto Wendt (links) und Werner Gerhold die Veranstaltung. Foto: privat/nh

Altenstädt. Mehr als 40 Einwohner besuchten im Dorfgemeinschaftshaus das Altenstädter Erzählcafé. Das Thema diesmal war die „Grundversorgung früher“.

Werner Gerhold sprach über den Aufbau der Wasserversorgung im Dorf. Erst 1909 bekam Altenstädt eine Wasserleitung, das Wasser kam zu diesem Zeitpunkt bereits aus Ippinghausen. Aber nicht immer sei das Wasser so reibungsfrei geflossen, wie man es heute kenne. Oftmals sei der Druck zu schwach gewesen, und mitunter hätten die Ippinghäuser den Wasserfluss schon mal zu ihren Gunsten gesteuert. Gerhold erinnerte auch an die Schöpf- und Pumpbrunnen im Dorf. Davon habe es vor über 100 Jahren noch reichlich gegeben, schließlich liege Altenstädt an keinem Bach oder Fluss.

Otto Wendt erzählte davon, wie der Ort mit Elektrizität erschlossen wurde. Das war ab dem Jahr 1910 der Fall. Auch die Stromversorgung sei in den ersten Jahren keinesfalls stabil gewesen. Liefen zur selben Zeit eine Vielzahl von Maschinen, „ging die Versorgung schon mal in die Knie“, sagte Wendt.

Zur Grundversorgung gehörte auch ein Weg- und Straßennetz im Dorf. Hierüber berichtete Willi Gerhold. Viele Besucher des Erzählcafés hatten noch Erinnerungen an die alten Dorfstraßen, die im Grunde noch heute ihren Verlauf so haben wie früher. Dennoch habe sich einiges gewandelt. So habe am Kreuzweg früher ein Hirtenhaus gestanden, um das sich größere Fuhrwerke winden mussten. Die Kasseler Straße sei im Laufe der Zeit durch den Aufbau einer Teerfläche 50 bis 70 Zentimeter höher geworden. Die Wolfhager Straße sei in Altenstädt die erste gewesen, die geteert wurde.

Schließlich erzählte Bernd Ritter vom Einzelhandel, von den beiden Lebensmittelläden, die es lange Zeit in Altenstädt gab, bis hin zu den fahrenden Händlern, die die Menschen im Dorf versorgten, teilweise auch im Tauschhandel. Einige Gäste wussten zu berichten, dass neben den zwei Geschäften auch die Gastwirte und die Bäckerei fleißig Handel mit Lebensmittel betrieben. Zu den Themen wurden Fotos und alte Gegenstände mitgebracht, die sich die Besucher anschauten.

Das nächste Erzählcafé findet am Sonntag, 13. November, statt, das Thema ist noch offen: Es können Vorschläge eingebracht werden. 

Weitere Informationen unter: www.Altenstaedt.de

Quelle: HNA

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