Abschied aus dem Schulelternbeirat: Heinz Mölleken gibt nach 19 Jahren die Aufgabe weiter

Er gab den Eltern eine Stimme

Papiere über Papiere: Vier dicke Ordner mit Korrespondenz haben sich in den vielen Jahren bei Heinz Mölleken (60) angesammelt. Foto: Rose

Ziegenhain. Älterwerden heißt, ein neues Geschäft anzutreten: Alle Verhältnisse ändern sich. Und man muss entweder zu handeln ganz aufhören oder mit Willen und Bewusstsein das neue Rollenfach aufnehmen – so sagte es einst Johann Wolfgang von Goethe. Mit diesen Zeilen verabschiedete sich Heinz Mölleken nach 19 Jahren als stellvertretender Schulenternbeiratsvorsitzender der Melanchthonschule Steinatal.

„Ich dachte mir, wenn es Eltern gibt, die meine Kinder sein könnten, ist es Zeit zu gehen“, sagt der 60-Jährige und lächelt verschmitzt.

Sich in der Elternvertretung zu engagieren, war dem Ziegenhainer stets ein Anliegen – niemals aber lästige Pflicht. „Ich war berufstätig und meine Frau hat weitestgehend die Erziehung der drei Kinder übernommen. Die Aufgabe im Elternbeirat war für mich eine gute Möglichkeit, sie zu unterstützen“, erklärt Mölleken.

Der Elektronik-Ingenieur, der gerade in den Vorruhestand gegangen ist, hat sets die Belange der Schüler- und Elternschaft im Blick gehabt. „Dem Vorstand des Elternbeirats war es immer wichtig, dass Elternspenden direkt den Schülern zugute kommen“, erläutert er.

Praktische Hilfe

Mit 30 000 Euro haben sich allein die Eltern an der Realisierung der Cafeteria beteiligt. Doch nicht nur finanziell, auch mit ganz praktischer Hilfe hat sich der Schulelternbeirat eingebracht.

Unter Möllekens Federführung wurde eine so genannte Helferdatei angelegt. „Jeder bietet das an, was er besonders gut kann: Das reicht vom Segelflug über Betreuung bei den Hausaufgaben bis hin zur Organisation der Bibliothek“, erkärt der Ziegenhainer.

Seit Christel-Ruth Kaiser die Geschicke der Schule lenkt, sind die Eltern in fast alle Gremien eingebunden. „Wir sind bei Zeugnis- und Fachkonferenzen sowie allgemeinen Schulkonferenzen vertreten“, erklärt Mölleken.

„Immer miteinander, nie gegeneinander.“

Heinz Mölleken

Dabei haben die Eltern ein Anhörungs-, allerdings kein Stimmrecht. „Von Seiten der Schulleitung ist unsere Meinung aber gefragt“, hat der 60-Jährige die Erfahrung gemacht. Dass das Verhältnis zur Schulleitung offen ist, davon hat Mölleken in den vergangenen Jahren Eltern auch immer wieder überzeugen können. „Viele wissen gar nicht, welche Möglichkeiten sie haben. Ich ermutige Eltern, dabei zu sein.“

Nicht auf Kosten der Kinder

Sicher sei man im Gespräch mit Lehrern und Eltern auch manchmal konträrer Meinung: „Aber die Kinder dürfen nie die Leidtragenden sein“, sagt Mölleken. Die Arbeit im Team des Elternbeirats beschreibt der Ziegenhainer als verlässlich. Die Verantwortung habe auf mehreren Schultern geruht. „Immer miteinander, nie gegeneinander.“

Heinz Mölleken will sich ab sofort stärker der Familie und den Hobbys – Amateurfunk und Garten – widmen. Sein Nachfolger wird Torsten Marx.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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