Mütter künftiger Schulkinder erzählen, was sie vor der Einschulung bewegt

Einschulung: Eltern leben mit der Sorge

„Halt. Stopp. Halten Sie Abstand“: Im Selbstbehauptungs- und Gewaltvorbeugungskurs haben die künftigen Grundschüler des Katholischen Kindergartens in Melsungen bei Uwe und Marita Giese gelernt, wie sie sich wehren können. Foto: Hohagen

Melsungen. Wenn Kinder in die Schule kommen, beginnt ein ganz neuer Abschnitt. Daran ist nicht immer nur Freude geknüpft, sondern häufig auch Angst. Wie gehen Grundschüler miteinander um?

Welchen Gefahren ist mein Kind in der Schule und auf dem Weg dorthin ausgesetzt? Fragen, die Eltern beschäftigen.

Manja Metz´ jüngstes Kind wird im Sommer eingeschult. „Die Angst, dass etwas passieren könnte, ist immer präsent“, sagt die Mutter dreier Kinder. Und das, obwohl sie bereits zwei Kinder in der Schule habe. „Als meine Schulkinder von dem Morschener Fall gehört haben, sind sie regelrecht panisch geworden“, erzählt die Mutter.

„Die Angst, dass etwas passieren könnte, ist immer präsent“

Weil sie sich selbst nicht sicher war, wie sie darauf reagieren sollte, ist sie froh über die Tipps aus dem Selbstbehauptungskurs. Den hat ihre jüngste Tochter gemeinsam mit 23 anderen künftigen Schulkindern im Katholischen Kindergarten belegt. „Wir haben zwar vorher schon über Gefahren gesprochen, aber hier werden den Kindern klare Regeln und wertvolle Tipps gegeben“, lobt sie. Tipps zur Selbstbehauptung vor Fremden, aber auch vor Mitschülern. Die seien nämlich mitunter auch gewaltbereit.

Bisher wenig Sorgen hat sich Bianka Botte gemacht. Mit ihrem Sohn steht ihr zum ersten Mal eine Einschulung bevor. „Wenn sich die Nachricht vom aktuellen Fall nicht so verbreitet hätte, hätte ich über Gefahren gar nicht so viel nachgedacht.“ Sie hat Bedenken, ihren Sohn zu übertriebener Vorsicht im Umgang mit anderen Menschen zu erziehen. „Ich will zwar nicht, dass er mit Fremden mitgeht, aber ich möchte auch nicht, dass er mit keinem mehr redet. Es ist ein schmaler Grat.“

Um den Schulweg für ihre Tochter sicherer zu machen, will Katrin Herb Laufgruppen organisieren. „Dass die Kinder dann nicht allein unterwegs sind, beruhigt mich sehr“, sagt sie. Das funktioniere bei ihrer älteren Tochter, die bereits die Grundschule besucht, sehr gut. Auch ein Code-Wort sei bereits vereinbart. „Wenn dann mal eine Freundin die Kinder abholt, sagt sie das Wort, und sie wissen, dass das okay ist.“ Unabhängig vom Schulweg habe sie keine Ängste: „Meine Mädchen wissen sich zu wehren“, sagt die Mutter.

Quelle: HNA

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