Konzept geplant

Eltern und Lehrer kämpfen gemeinsam gegen Mobbing

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Die Schulgemeinde geht das Thema Mobbing an: vorne von links Kirsten Meyer-Stahl, Ralf Beckmann und Peter Junghans (von links) vom Elternbeirat der Spangenberger Burgsitzschule beim Fortbildungsabend für die Schulgemeinde.

Spangenberg. Die Burgsitzschule packt das Thema Mobbing an. Lehrer, Eltern und Vertreter von Kirche, Vereinen und Feuerwehren kamen jetzt zu einem Informationsabend in der Schule zusammen, um ein Konzept zu entwickeln.

Das soll Kinder von der ersten Klasse an fürs Übernehmen von Verantwortung, für Demokratie und Mitgefühl sensibilisieren. „Wir wollen damit an der Schule eine Atmosphäre schaffen, in der idealerweise kein Mobbing vorkommt“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Kirsten Meyer-Stahl. Schon Erstklässler sollten lernen, ihre Streitigkeiten und Konflikte offen im Gespräch anzugehen - und sie eben nicht über soziale Netzwerke im Internet auszutragen und dort Mitschüler zu beleidigen und zu demontieren.

„An der Burgsitzschule soll eine positive Streitkultur herrschen“, sagt Kirsten Meyer-Stahl. Dieses Ziel habe einen hohen Stellenwert an der Schule: Die Lehrer absolvierten bereits Fortbildungen, organisierten Konferenzen und holten nun auch die Eltern mit ins Boot. Viele Mütter und Väter hätten Sorgen um ihre Kinder, die oft im Internet unterwegs seien.

Aus diesem Grund war auch der Zulauf beim Informationsabend groß. 60 Eltern waren gekommen, um sich zu informieren und an Übungen teil zu nehmen. „Nicht wenige Mütter und Väter sind ein wenig hilflos, wenn es um die Gefahren im Internet und um das Thema Mobbing geht“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende. Die Burgsitzschule aber ist genau das nicht: Sie ist nicht hilflos, sondern engagiert.

„Mobbing ist kein Thema, für das man sich schämen müsste“, sagt Meyer-Stahl. Es sei utopisch zu glauben, dass es auf dem Land nicht vorkomme, dass Kinder Böswilligkeiten, Beleidigungen oder Verleumdungen ausgesetzt seien.

Die Spangenberger Schulgemeinde wolle nun alles dafür tun, dass die 750 Kinder der Burgsitzschule mehr Möglichkeiten bekommen, sich ins Schulleben einzubringen. Dass sie Demokratie lernen, Verantwortung übernehmen und alle Streitereien offen zu klären. „Das Konzept ist zwar noch lange nicht fertig, aber es bringt uns alle jetzt schon in Bewegung“, sagt die 45-Jährige.

Erste sichtbare Erfolge gibt es schon: Vom 1. bis zum 10. Schuljahr wird in jedem einzelnen Klassenverband ein Klassenrat etabliert. Demokratie, sagt Kirsten Meyer-Stahl, fängt eben schon in der ersten Klasse an.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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