Petition mit mehr als 5000 Unterschriften

Eltern wollen Fahrkarten für hessische Schüler zum Nulltarif

Wolfhager Land. Wenn es nach dem Landeselternbeirat geht, sollen hessische Schüler in Zukunft nicht mehr für ihr Bus- oder Bahnticket zahlen.

Der Elternbeirat hat eine entsprechende Petition gestartet, in der der hessische Landtag aufgefordert wird, sich für ein kostenfreies Schülerticket einzusetzen.

Mehr als 5000 Eltern und Schüler hätten die Petition bereits unterzeichnet, sagte Reiner Pilz, Vorsitzender des Landeselternbeirates. Eine kostenfreie Fahrkarte sorge für Chancengleichheit. „Der Besuch einer weiterführenden Schule darf nicht am Geldbeutel der Eltern scheitern. Zudem ist das Schülerticket eine ökologisch sinnvolle Alternative zum Elterntaxi“, meint Pilz.

„Keine freiwillige Leistung“ 

„Diese Argumentation ist aus unserer Sicht durchaus nachvollziehbar“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Der Landkreis Kassel unterstütze diesen Vorstoß. Allerdings wäre der Kreis nicht in der Lage, die Karten für die Oberstufenschüler selbst zu übernehmen. „Unter dem Schutzschirm sind solche freiwilligen Leistungen leider nicht drin.“

Heute arbeiteten viele Schulen im Ganztagsbetrieb, und die bisherige Regelung sei nicht mehr zeitgemäß, argumentiert der Elternbeirat. Die ausgedehnten Schulzeiten würden es mit sich bringen, dass sämtliches Schulmaterial auf dem Rücken zur Schule getragen werden müsse.

„Zuviel Gepäck“ 

Schulwege von zwei oder drei Kilometern – wie sie bisher als zumutbar erachtet worden seien – könnten nicht täglich mit bis zu acht Kilogramm Gepäck bewältigt werden. Das würde auch keinem Erwachsenen zugemutet. Hinzu kämen die sozialen Auswirkungen: finanzkräftigere Familien würden ihren Kindern die Busfahrkarte kaufen - Kinder einkommensschwacher Familien müssten zur Schule laufen.

Der Kreis Kassel investiert jedes Jahr 8,5 Millionen Euro in den Schülertransport. „Jeder Schüler, der mehr als zwei Kilometer von der nächst erreichbaren Schule entfernt wohnt, erhält eine kostenlose Fahrkarte dort hin“, so Kühlborn. Diese Leistung ende mit der zehnten Klasse. Die Eltern der Oberstufenschüler müssen auch im Landkreis Kassel die Fahrkarte ihres Kindes selbst bezahlen.

Hilfe über Bildungspaket 

Kühlborn weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in sozial schwachen Familien eine Fahrkarte über das Bildungs- und Teilhabepaket finanziert werden kann.

Quelle: HNA

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