Seit 65 Jahren zusammen

Emilie und Leopold Geppert aus Breuna feiern ihre Eiserne Hochzeit

Immer noch ein Herz und eine Seele: Leopold und Emilie Geppert aus Breuna feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit. Kennen- und lieben gelernt haben die beiden sich beim Tanzen auf der Dorfkirmes, was ihnen heute noch Freude bereitet. Foto: Michl

Breuna. „Wir haben uns seit Beginn unserer Liebe versprochen, in Freud und Leid immer eisern zusammenzuhalten.". Dieses gegenseitige Versprechen hat für die 84-jährige Emilie und ihren zwei Jahre ältere Ehemann Leopold Geppert bis dato Bestand.

Denn am Mittwoch, 10. September, feiern die Beiden in Breuna im Kreis ihrer Liebsten, den Familien ihrer drei Kinder mit fünf Enkeln und sieben Urenkeln nach 65 Ehejahren das seltene Fest der Eisernen Hochzeit.

Zum ersten Mal begegnet sind sich Emilie, geborene Reitz und ihr „Poldi“, wie Leopold liebevoll nur genannt wird, 1947 während der Breunaer Dorfkirmes. Emilie lächelnd: „Bereits beim ersten Tanz hat es zwischen uns so richtig gefunkt. Meine Liebe haben mir auch meine Eltern nicht ausreden können.“ Am 10. September 1949 besiegelten Emilie und Leopold ihren gemeinsamen Weg vor dem Standesbeamten, am Folgetag wurde kirchlich geheiratet.

Für den am 3. Juli 1928 in Königlosen (Sudetenland) geborenen Leopold Geppert zerstörte der Zweite Weltkrieg seinen Berufswunsch Förster. Denn als 16-jähriger wurde er am 5. Januar 1945 von der Schulbank des heimatlichen Gymnasiums zur Flugabwehr nach Stuttgart eingezogen, dort Ende April wieder entlassen. Zu Fuß marschierte er in sein Heimatdorf, verdingte sich dort als Knecht auf einem Bauernhof. Im Frühjahr 1946 wurde Leopold zusammen mit seiner Mutter und Schwester vertrieben, Endstation der Flucht war Volkmarsen. Gepperts bekamen ein Quartier in Breuna zugewiesen. Leopold fand sofort einen Arbeitsplatz in den Kasseler Henschelwerken, wo er bis zum Renteneintritt fast 40 Jahre als Lkw-Fahrer beschäftigt war. Einen Ausgleich zum Beruf fand Leopold Geppert im Fußballsport: Als Spieler des TSV Breuna, vor allem jedoch als Schiedsrichter. 50 Jahre lang stand er als Schiri auf dem Platz, sein letztes Spiel pfiff er mit 70 Jahren.

Von seinem Fußballfieber wurde auch seine Frau erfasst, die ihn fast zu allen Spielen begleitete. Zuerst erreichten die beiden die Plätze mit dem Fahrrad, später mit Motorrad und Auto. Noch heute ist Leopold Geppert sportlich aktiv: als erfolgreicher Luft- und Kleinkalibergewehrschütze im Breunaer Schützenverein.

Emilie Geppert erblickte am 4. Oktober 1930 in Breuna das Licht der Welt. Nach dem Schulbesuch arbeitete sie in einer örtlichen Strohschuhfabrik. Danach im Nachfolgeunternehmen Leder-Weiß über 20 Jahre als Vorarbeiterin und nach Erreichen des Rentenalters noch zwölf Jahre als Heimarbeiterin.

Weit über Breuna hinaus bekannt ist Emilie Geppert für ihr Hobby: die Herstellung von Porzellanpuppen. Das Basteln und Werkeln ist auch eine Leidenschaft ihres Mannes. Davon kann man sich ein Bild im Garten ihres Hauses machen.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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