Rege Dorfgemeinschaft und schnelles Internet

Empfershausen: Leben wie im Urlaub

Blick ins Oberdorf: Ortsvorsteher Ralf Buschbeck ist auch nach 23 Jahren noch ganz verliebt in Empfershausen.

Empfershausen. Ein Dorfrundgang kann schon mal zwei Stunden dauern und das nicht, weil Empfershausen so groß ist, sondern weil man an jeder Ecke jemanden zum Schnuddeln trifft.

„Ich lebe hier wie im Urlaub“, sagt Ortsvorsteher Ralf Buschbeck. Schon als Junge hatte es ihm die gepflegte Bushaltestelle in Empfershausen angetan. Und noch heute, sagt der Ortsvorsteher, sei er ganz verliebt in den Ort.

278 Einwohner hat der Körler Ortsteil am Rande des Riedforstes. Das Pendlerdorf hat schnelles Internet, ein Freizeit- und Erlebnis-Gelände, ein Skigebiet zwar ohne Lift, aber mit Fackelflutlicht und eine gute Dorfgemeinschaft. „Wir sind hier eine große Clique“, sagt Buschbeck.

Eine Elterinitiative hat das Gelände rund um das Dorfgemeinschaftshaus gestaltet. Zunächst war es der Spielplatz mit Feuerstelle, Seilbahn und Kletterwand. Dann kam auf dem Freizeit- und Erlebnisgelände ein Beachvolleyballfeld dazu. Es gibt einen Bolzplatz, eine Grillhütte und die Jugendlichen haben eine Bauwagen. Ein großer Teil der Dorfbewohner ist Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. Außerdem gibt es noch einen Schützenverein, einen Hundeverein und den Karnevalsclub Empfershausen.

Dass es außer dem Schulbus und dem Bürgerbus keine Busverbindung gibt, daran sagt Buschbeck hätten sich die meisten gewöhnt. Doch an die Laster, die vom Basaltwerk in Quentel nach Felsberg zur Bahnverladung fahren und durch den Ort donnern, werden sich die Empfershäuser nie gewöhnen. Da die Melsunger Straße schlecht ausgebaut sei, seien die Erschütterungen, die die Lastwägen verursachen bis in die anliegenden Häusern zu spüren, sagt Buschbeck.

Auch das Hochwasser macht den Empfershäusern gelegentlich zu schaffen. Wenn esviel regnet, dann tritt die Mülmisch regelmäßig über die Ufer und das Wasser läuft die Hänge herunter und sorgt im Dorf für Überschwemmung. Davon abgesehen, seien es eher Kleinigkeiten, die man im Ort verbessern könnte. Das finden auch Jochen Boland und Marianne Kraß, die seit sieben Jahren in Empfershausen leben.

Zu kritisieren haben die beiden wenig. Doch auch ihnen macht der Schwerlastverkehr zu schaffen. Und sie wünschen sich mehr Beleuchtung für den Rad- und Gehweg, der Unterempfershausen mit Oberempfershausen verbindet sowie weitere Stationen für Hundekotbeutel, denn davon gäbe es im ganzen Dorf nur eine. „Sonst fühlen wir uns in unserm Nest ganz wohl.“

Man wünsche sich an der Melsunger Straße in Obersempfershausen einen sichereren Gehweg zur Bushaltestelle und auch ein Radweg nach Körle, sei eine Herzensangelegenheit, sagt Ortsvorsteher Buschbeck. Ein paar junge Familien würden dem Dorf noch ganz gut tun, aber es gibt zurzeit nur einen Bauplatz und zwei leer stehende Häuser.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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