Bürgermeister rät zu Freibadschließung und Gebührenerhöhung

Bad Emstal steht vor rigorosem Sparkurs

Bad Emstal. Die Gemeinde Bad Emstal ist finanziell nicht mehr in der Lage, ihre Pflichtaufgaben zu leisten. Selbst dann nicht, wenn sie sämtliche freiwilligen Leistungen streichen würde.

Diese nüchterne Bilanz zog Bürgermeister Ralf Pfeiffer, als er am Donnerstagabend den Haushalt einbrachte und das Konsolidierungsprogramm vorstellte. Der Gemeindevorstand ist sich einig, rät dem Parlament zu einem rigorosen Sparkurs, der bis zum Jahr 2016 Einsparungen in Höhe von 875.000 Euro bringen soll.

Ganz konkret schlägt er vor: Schließung des Freibades Sand zur nächsten Saison. Das Freibad in Balhorn soll im Jahr 2014 an den Förderverein übertragen werden. Streichungen soll es bei der Pflege von Kurpark, Rosengarten und Kräutergarten geben. In den kommenden beiden Jahren würden die Mitarbeiter des Zweckverbandes Kommunale Dienste dort 2600 Stunden weniger arbeiten. Gespart werden soll auch bei der Jugendpflege, das Veranstaltungsbudget soll um 40 Prozent gekürzt werden. Betroffen von den Plänen wären auch die Fußballer, denn die Sportplätze, so der Vorschlag, würden nicht mehr gemäht werden.

Über Gebührenerhöhungen bei den Friedhöfen, Kindergärten und den Grundsteuern sollen zusätzliche Einnahmen generiert werden. Zudem rät der Gemeindevorstand zu einer Erhöhung der Eintrittspreise für das Thermalbad bei gleichzeitiger Reduzierung der Öffnungszeiten. Vom Umbau der Therme verspricht sich das Gremium eine Reduzierung des Zuschussbedarfs.

Die Gemeinde Bad Emstal gehört zu den Kommunen, die unter den Rettungsschirm des Landes Hessen schlüpfen könnten. Eine Entscheidung darüber wollen die Gemeindevertreter Anfang nächsten Jahres treffen. Mit dem Schutzschirm hilft das Land angeschlagenen Kommunen wieder auf die Beine, da es einen Teil der Schulden übernimmt. Die Gemeinden selbst werden jedoch zu einem strikten Sparkurs angehalten.

Quelle: HNA

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