Gemeindevertreter treten geschlossen auf

Bad Emstal wehrt sich gegen Netzausbauprojekt SuedLink

Angst vor der Gleichstromtrasse SuedLink: Die Gemeindevertreter Bad Emstals befürchten massive Auswirkungen für die Region. Sie haben der Gemeinde den Rücken gestärkt, sich auch mit rechtlichen Mitteln gegen das Großprojekt zu wehren. Foto: dpa

Bad Emstal. Geschlossen lehnen die Bad Emstaler Gemeindevertreter das Netzausbauprojekt SuedLink ab. Damit folgten sie einem Dringlichkeitsantrag, den Bürgermeister Ralf Pfeiffer am Donnerstagabend während der Sitzung vorlegte.

Nachdem Tennet am vergangenen Freitag seinen Planungsentwurf für die 800 Kilometer lange Hochleistungs-Gleichstromtrasse auf seiner Internetseite vorgestellt hatte, sieht sich die Gemeinde, die über eine Länge von zehn Kilometern besonders hart von der Trasse betroffen wäre, im Zugzwang. Voraussichtlich am 3. November werde das Planungsunternehmen den Antrag zur Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur einrichen. Damit würde das formelle Verfahren in Gang gesetzt. Wie Pfeiffer weiter sagte, stünden derzeit viele verschiedene Trassenverläufe im Netz. Damit wären in der Region Nordhessen mehr als 100 000 Menschen von der Leitung betroffen.

Für Energiewende 

Die Fraktionen lehnten am Donnerstag das Netzausbauprojekt auf Grundlage der bisherigen Planungsunterlagen ab. Stattdessen sprachen sie sich für eine Umsetzung der Energiewende auf Basis einer dezentralen Energieerzeugung sowie alternativer Technologien aus. Speziell meinen sie die Umwandlung von Windstrom in Gas, Energieeinsparung und intelligente Stromnetze. Die Kommunalpolitiker beauftragten den Gemeindevorstand, sämtliche rechtlichen und politisch möglichen Mittel zu ergreifen, um eine Realisierung des Planungsvorhabens SuedLink über und durch das Gebiet der Gemeinde zu verhindern.

Die Gemeindevertreter forderten die Hessische Landesregierung auf, sich auf Landes- und auf Bundesebene dafür einzusetzen, die Notwendigkeit der Trasse nochmals durch eine unabhängige Fachstelle außerhalb der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur überprüfen zu lassen, bevor das formelle Planungsverfahren in Gang gesetzt wird.

Für den Fall, dass sich SuedLink als beste und alternativlose Lösung der Energieversorgung in Deutschland herausstellen sollte, forden die Bad Emstaler die Landesregierung auf, sich für eine Erdverkabelung einzusetzen. Die Bundestagsabgeordneten der betroffenen Wahlkreise Thomas Viesehohn, Edgar Franke, Bernd Siebert, Ulrike Gottschalck und Nicole Maisch mögen sich ebenfalls für die Interesen der Menschen in Nordhessen einsetzen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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