Bodybuilder Burhan Aydin stemmt täglich Gewichte: „Ich liebe den Schmerz“

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Schwitzen für den Erfolg: Der Bodybuilder und Kampfsportler Burhan Aydin trainiert täglich mehrere Stunden in seinem eigenen Studio in Bad Emstal. Foto: Kostudis

Bad Emstal. Disziplin. Tägliches, hartes Training. Unbedingter Wille und die Kontrolle über den eigenen Körper. Das sind die Dinge, die im Bodybuilding wichtig sind. „Die Herausforderung ist, jeden einzelnen Muskel deines Körpers zu spüren und zu trainieren“, sagt Burhan Aydin.

Der Bad Emstaler betreibt seit anderthalb Jahren intensiv Kraftsport. Jeden Tag stemmt er im Kraftraum Gewichte, schwitzt an den Geräten, trainiert verschiedene Muskelpartien und hält noch dazu einen strengen Ernährungsplan ein - alles für das Ziel, bis zum Tag X den Körper in Topform zu bringen.

Aydin tritt in der vor zwei Jahren vom Bodybuilding-Verband International Federation of Bodybuilding and Fitness (IFBB) eingeführten Klasse „Men’s Physique“ an. Hier zählen nicht riesige Muskelberge, sondern vor allem Proportionen, Fitness und Ästhetik - wer den austrainiertesten und gleichzeitig natürlichsten Eindruck macht, landet bei den Kampfrichtern vorn.

Zuletzt konnte Aydin zahlreiche gute Platzierungen erreichen. Bei der hessischen Landesmeisterschaft der IFBB wurde er in diesem Jahr Vierter, kurz darauf gewann er die nordrhein-westfälische Meisterschaft. Bei der Deutschen Meisterschaft verpasste er den Sprung ins Finale knapp, am vergangenen Wochenende belegte er dann beim internationalen Beach Cup in Erbes-Büdesheim den zweiten Platz.

Im Bereich Bodybuilding ist Burhan Aydin ein Quereinsteiger: Im Alter von sechs Jahren begann er mit Kampfsport. Schnell entdeckten die Trainer das Talent des Jungen, mit zwölf Jahren trug er bereits den schwarzen Gürtel. Später wird Aydin Kickbox- und Teakwondo-Europameister.

Nach einer schweren Verletzung muss er anderthalb Jahre pausieren. In dieser Zeit begann Aydin mit dem Kraftsport. „Ich konnte mich damals nicht so viel bewegen. Aber im Sitzen Gewichte stemmen, das ging.“

Im Bodybuilding fand er eine neue Herausforderung. Motivationsprobleme hat Aydin dabei nicht: „Ich liebe den Schmerz und das Gefühl, mit jedem Tag besser zu werden.“

Um seine durchtrainierten Körper zu formen, hat Aydin keine verbotenen Mittel eingenommen, wie er sagt. Aber auch er weiß, dass es in der Szene viele schwarze Schafe gibt. Doch Aydin sagt: „Wer ein Aufputschmittel braucht, um trainieren zu können, ist für mich kein Sportler.“

In seinem eigenen Studio achtet er darauf, was die Sportler einnehmen. „Bevor du deinen Körper veränderst, musst du ihn genau kennenlernen.“ Natürlich nimmt auch Aydin Nahrungsergänzungsmittel: „Durch die Trainingsbelastung hat der Körper einen erhöhten Bedarf.“

Für andere Sportler hat Aydin eine klare Botschaft: „Du kannst alles erreichen, du musst es nur unbedingt wollen. Wer sich in seinem Leben auf Glück und Pech verlässt, ist selber schuld.“

Von Anton Kostudis

Quelle: HNA

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