Weitere Räder in Planung

Gemeindevertreter entscheiden über weitere Windräder

Saubere Energie aus Wind: Die Gemeinde Bad Emstal möchte den Windpark zwischen Balhorn, Istha und Altenstädt um drei Räder erweitern. Die Stadt Naumburg plant ebenfalls, eine weitere Mühle aufzustellen. Nach der Erweiterung würden dann 21 Räder Energie liefern. Foto: Thon

Bad Emstal. Die Ökostrombilanz der Gemeinde Bad Emstal kann sich sehen lassen. Wie Bürgermeister Ralf Pfeiffer jetzt sagte, liege der Anteil der regionalen Stromerzeugung am Gesamtverbrauch der Kommune bei 121 Prozent.

Der Öko-Strom komme vor allem aus Windkraft, Fotovoltaikanlagen und aus Blockheizkraftwerken. Pfeiffer geht davon aus, dass der Anteil weiter wächst.

Drei Windräder mit einer Höhe von 200 Metern könnten schon im nächsten Sommer den gemeinsamen Windpark der Kommunen Bad Emstal, Naumburg und Wolfhagen ergänzen. Auf Balhorner Gebiet plant die Gemeinde Bad Emstaler die Erweiterung. Die Gemeindevertreter wollen in ihrer Sitzung am Donnerstag, 12. Dezember, über die Aufstellung eines Bebauungsplans entscheiden.

Derzeit sind es 17 Mühlen, die im bislang größten Windpark des Wolfhager Landes Öko-Strom erzeugen. Neben Bad Emstal plant auch die Stadt Naumburg eine Erweiterung - auf ihrer Fläche soll ein zusätzliches Rad errichtet werden.

Verbunden mit dem Ausbau der Windkraft sind zusätzliche ökologische Projekte, freut sich Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer. Ausgleichsmaßnahmen im Umfang von 150 000 Euro will die Firma Enercon finanzieren. Sie wäre Investorin und Betreiberin der Windmühlen. Eines der Ausgleichsprojekte verfolgt das Ziel, der Spole ihr natürlicheres Bachbett zurückzugeben. Die Überflutungen, wie es sie zuletzt in den 1980er und 1990er Jahren im Dorfkern von Balhorn gegeben hat, sollen dann der Vergangenheit angehören. Mit der Schaffung von Retentionsflächen im Bereich Distelgraben soll ein anderer Beitrag zum Hochwasserschutz geleistet werden. Wie Pfeiffer sagt, sollen hierfür Äcker aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen und umgewandelt werden in Pufferzonen, die in der Lage sind, Wasser zu speichern.

Ziel: Weniger Nitrat

Die Anlage eines Heckenstreifens zwischen Balhorn und dem Tiefbrunnen Spieß ist eine weitere Ausgleichsmaßnahme. Das Grundwasser des Brunnens ist belastet mit Nitrat. Indem auch hier Fläche stillgelegt und damit verbunden nicht mehr gedüngt werden, soll sich dies positiv auf die Wasserqualität auswirken. Und schließlich sollen Bereiche entlang des Russenweges ökologisch aufgewertet werden. Die Wiesen sollen in einen Vernässungsbereich umgewandelt werden. Das Gebiet ist reich an natürlichen Quellen.

Sollte die Gemeindevertretung dem B-Plan grünes Licht erteilen und wird nach Genehmigung der Regierungspräsidiums der Flächennutzungsplan geändert, kann Enercon einen Bauantrag stellen. Wenn alles zügig über die Bühne geht, könnten die Windräder bereits im Sommer kommenden Jahres errichtet werden. Auch wenn die zusätzlichen Windräder 20 Meter höher sein werden als die bestehenden, so werde dies dem Betrachter nicht weiter auffallen, sagt Pfeiffer. Denn die Anlagen sollen in einer Senke aufgebaut werden. Termin: Gemeindevertretersitzung Bad Emstal, Donnerstag, 12. Dezember, 19 Uhr im Kur- und Festsaal

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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