500 Euro sind zu gewinnen

50 Denksportler beim 16. Schachfestival im Kurhaus

Bad Zwesten. Die ersten Spieler treffen langsam ein. Sie nehmen vor den Brettern Platz, rücken Figuren zurecht, stellen sich Getränke bereit. Der Saal füllt sich, es wird unruhig. Alle reden über den vergangenen Spieltag, schauen auf der Liste nach, gegen wen sie heute antreten.

Dann werden die Bretter freigegeben. Schlagartig ist es still. Das Spiel beginnt.

50 Denksportler sind gestern ins Kurhaus nach Bad Zwesten gekommen, um beim 16. Schachfestival gegeneinander anzutreten. Der Älteste von ihnen ist 75, die Jüngste gerade mal sieben Jahre alt. Neben drei Spielern aus Russland sind auch zwei aus den Niederlanden und einer aus Lettland angereist. Frauen spielen kaum mit. „Schach ist leider noch immer eine Männerdomäne“, sagt Jürgen Kehr, Organisator und Schiedsrichter des Festivals.

„Es ist auf anderen Turnieren schon vorgekommen, dass die Verlierer ausgerastet sind“, sagt er. Seit drei Jahren betreut er das Schachfestival. „Aber hier ist das noch nie passiert.“ Die Spieler gehen eher freundschaftlich miteinander um. Nebenan gibt es einen Analyseraum. Dort können die Spieler die Partie nochmal durchgehen, die sie vorher gespielt haben. Was hat wer wann wie falsch gemacht? Was hätte man besser machen können? „Es geht darum, aus seinen Erfahrungen zu lernen“, erklärt Kehr.

Viele Spieler laufen inzwischen durch den Saal, schauen kurz bei anderen Partien zu, setzen sich wieder zu ihrem Gegner. „Für die ersten 40 Züge hat jeder 90 Minuten Zeit“, erklärt Kehr. „Für den Rest der Partie dann noch 30 Minuten.“ Das Spiel ist vorbei, wenn ein König fällt oder die Spieler sich auf ein Unentschieden einigen.

Nach einer Stunde ist die erste Partie zu Ende. Norbert Niemeyer aus Hannoversch Münden hat Mick van Randtwijk aus dem niederländischen Apeldoorn schachmatt gesetzt.

Auf den ersten Blick ein ungleiches Duell: Niemeyer ist 58, van Randtwijk erst elf Jahre alt. „Aber es war nicht einfach“, sagt Niemeyer. Gerade junge Spieler seien mit sehr viel Engagement dabei. „Da muss man aufpassen.“

Noch bis Sonntag werden die Teilnehmer immer wieder gegeneinander antreten. Ausscheiden kann keiner von ihnen. Wer am Ende die meisten Partien gewonnen hat, nimmt das Preisgeld in Höhe von 500 Euro mit nach Hause.

Von Moritz Schäfer

Quelle: HNA

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