City-Managerin Daniela Sperling verlässt Melsungen

Verabschiedet sich aus Melsungen: Die City-Managerin Daniela Sperling. Archiv-Foto: Schwarz

Melsungen. Es war ein kurzes Engagement. Nach nur zehn Monaten als City-Managerin hat Daniela Sperling um die Auflösung ihres Vertrages gebeten. Das bestätigte Bürgermeister Dieter Runzheimer gestern auf Anfrage der HNA. Zu den Motiven der Mitarbeiterin könne und wolle er sich öffentlich nicht äußern.

Die Initiative sei aber von Daniela Sperling ausgegangen. Sie habe ein „neues, verlockendes Angebot erhalten“, sagte die 34-Jährige gegenüber der HNA. Dabei gehe es stärker um touristische Aufgabe. Außerdem liege ihr künftiger Dienstort näher an ihrem Wohnort Göttingen. In Melsungen habe sie sich sehr wohl gefühlt, sie sei stets tatkräftig unterstützt worden, sagte Sperling.

Zum 31. Juli werde die Diplomkauffrau ihre Tätigkeit in Melsungen beenden, erklärte Runzheimer. An einer Wiederbesetzung der Stelle gibt es für den Melsunger Bürgermeister keinen Zweifel. Allerdings werde es wohl keinen nahtlosen Übergang geben, weil man in der Kürze der Zeit keinen Nachfolger finden werde.

Im vergangenen Jahr hatte ein Personaldienstleister für die Stadt Melsungern die Suche nach Bewerbern übernommen. Er gehe davon aus, dass der Magistrat das auch jetzt wieder wünsche.

Die Erwartungen an das City-Management seien hoch, vielleicht zu hoch, sagte Runzheimer. „Wer auch immer diese Aufgabe künftig übernimmt, er wird nicht zaubern können“, fügt er hinzu.

Das City-Management allein werde beispielsweise die Leerstände in der Stadt nicht beseitigen können, „es gibt da keine einfachen Rezepte.“ Daniela Sperling habe etwa eine Veranstaltung speziell für die Eigentümer leerstehender Immobilien angeboten. Es seien hochrangige Gesprächspartner, wie Dr. Peer Zietz vom Landesamt für Denkmalpflege, eingeladen gewesen. Leider hätten sich dafür nur drei Hauseigentümer interessiert.

Die Veranstaltung zum Thema Leerstand sei sehr schlecht besucht gewesen, bestätigt Daniela Sperling. Sie scheide aber nicht aus Frustration über diesen Fehlschlag aus. Sie habe in der Kürze der Zeit durchaus einiges bewegen können. So trage beispielsweise das neue Innenstadt-Leitsystem ihre Handschrift. Am 2. September sollen die Melsunger Kulturtage starte, die sie mit konzipiert hat, und auch auf der Homepage der Stadt seien sehr viel mehr und aktuellere Informationen zu finden. Gerne möchte die 34-Jährige auch noch die Arbeit an der neuen Konzeption für den Wochenmarkt abschließen.

Auf die Frage, ob es der City-Managerin an Unterstützung bei ihrer Tätigkeit gefehlt habe, sagte der Bürgermeister: „Diesen Eindruck hatte ich nicht. Es gab sehr gute Kontakte zum Einzelhandel.“ Er selbst habe jede Woche ein Gespräch mit Daniela Sperling geführt. Der künftige Mitarbeiter des City-Managements sollte auf jeden Fall auch in der Stadt wohnen. Runzheimer: „Das ist mein deutlicher Wunsch. Wer für die Stadt tätig werden will, der sollte auch hier Wurzeln schlagen.“

Quelle: HNA

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