Die in Eschwege ausgesetzten Tiere Merlin und Hope haben einen neuen Pflegeplatz

Ende der Pony-Odyssee

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Ein neues Zuhause: Die Ponys Hope und Merlin sind gerade dabei, sich auf ihrer neuen Weide in Ehringshausen bei Gießen einzuleben.

Mörshausen/Eschwege. Noch immer weiß niemand, wo sie herkommen. Fest steht nur, dass die Ponys Merlin und Hope in den vergangenen Wochen eine Odyssee durchlebt haben. Wie es dazu kam, darüber gehen die Meinungen allerdings weit auseinander.

Mitte Dezember wurden die Ponys von Unbekannten vor dem Tierheim in Eschwege angebunden. Bereits nach einer Woche bezogen sie ihr vorübergehend neues Zuhause: Suzette und Andreas Koch nahmen den Wallach und die Stute auf ihrem Gnadenhof im Spangenberger Stadtteil Mörshausen in Pflege.

Dort sollten die Ponys eigentlich für längere Zeit bleiben. Die Kochs engagieren sich in einem Pferdeschutzverein, haben schon viele Tiere bei sich aufgenommen. Sie tun dies auch, weil sie wollen, dass ihre vier Kinder Kontakt zu Tieren haben.

„Aber Merlin kann nicht gut mit Kindern“, sagt Suzette Koch. „Und wenn er sich gestört fühlt, schlägt er gezielt Richtung Kopf.“ Schweren Herzens beschlossen die Kochs, Merlin und Hope wieder wegzugeben. Sie schalteten eine Anzeige im Internet, die auf enorme Resonanz stieß. „Ständig klingelte das Telefon“, erzählt Suzette Koch.

Etwa 40 Interessenten seien nach Mörshausen gekommen, um sich die Ponys anzusehen. Nach sechs Wochen hatten die Kochs neue Besitzer für Hope und Merlin gefunden.

Doch dann meldete sich plötzlich das Tierheim aus Eschwege: „Sie haben uns gesagt, dass wir die Anzeige aus dem Internet nehmen könnten, weil sie selbst Interessenten hätten, die die Ponys übernehmen wollen“, erzählt Suzette Koch. Die Kochs mussten ihren Bewerbern absagen.

Das sei ein Schlag ins Gesicht gewesen. „Wir sind total enttäuscht, wie das gelaufen ist“, sagt Suzette Koch.

Wenige Tage später wurden die Ponys in Mörshausen abgeholt.

Sie leben jetzt seit über einer Woche in Ehringshausen bei Gießen: Dort werden sie vom Tierschutzverein Holistic Animal Resort aufgepäppelt.

„Die beiden werden jetzt erstmal länger hier bleiben“, sagt Sabine Kreil, Vorsitzende des Vereins. Bei ihrer neuen Pflegestelle können es sich die Ponys nach den Strapazen erst einmal gutgehen lassen.

Hope bekommt dort eine Behandlung ihrer kaputten Hufe und Wallach Merlin eine Verhaltenstherapie. „Die beiden bleiben erstmal auf längere Sicht bei uns“, sagt Sabine Kreil.

Auch Suzette Koch hofft, dass Merlin und Hope in ihrem neuen Zuhause länger bleiben können. „Sie sollen nicht zum Wanderpokal werden“, sagt sie.

Von Judith Féaux de Lacroix und Verena Koch

Quelle: HNA

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