Georg Rath aus Bad Zwesten lebt seit Juli mit einer Spenderlunge und bittet um mehr Organspenden

Neue Lunge: Endlich wieder ganz frei atmen

Mit Filou auf Tour: Georg Rath aus Bad Zwesten.

Bad Zwesten. Ständiger Husten, schneller Atem: So fing 2008 alles an. Heute hat Georg Rath aus Bad Zwesten eine fremde Lunge in seinem Körper und ist dankbar für sein zweites Leben.

„Meine Frau und meine Kinder veranlassten mich, einen Spezialisten aufzusuchen“, erinnert sich der 54-Jährige. Er ging zu Dr. Thomas Pauli in Treysa, der eine Lungenfibrose feststellte – eine krankhafte Vermehrung des Bindegewebes.

Er kam auf die Liste

Nach der Diagnose betreute die Medizinische Hochschule Hannover den Zwestener, zunächst mit Medikamenten. Am 15. April teilten ihm die Ärzte in der niedersächsischen Landeshauptstadt mit, dass er gesundheitlich und mental gut drauf sei, deswegen konnte er auf die Liste für mögliche Organempfänger gesetzt werden.

Im Mai ging es gesundheitlich steil bergab. „Es war wie bei einem Luftballon, die Luft ging als mehr und schneller aus“, sagt Georg Rath. Die Ärzte entschlossen sich zur Transplantation. Der Termin wurde auf den 3. Juli festgelegt.

Vor der Operation sei er sehr ruhig gewesen, erinnert sich Rath. Der Arzt habe ihn darauf angesprochen. Raths Antwort: „Wenn sie ihren Job gut machen und der Herrgott auf mich aufpasst, brauche ich keine Angst zu haben.“

Die Operation gelang. Nach zwei Tagen Intensivstation wurde der Zwestener in ein Krankenzimmer verlegt, am fünften Tag musste er den Flur entlang laufen und Treppen steigen. Und einige Tage später ging es dann schon auf das Fahrrad zur Reha.

Der Zuspruch von Kollegen und anderen Besuchern sei überwältigend gewesen. Das habe ihm bei der Genesung sehr geholfen: „Die Krankenschwestern, die mich betreut haben, hatten solch einen Besucheransturm noch nicht erlebt.“ Ehefrau Jutta musste von zu Hause aus die Besucherströme koordinieren, die Rath in Hannover besuchen wollten.

Heute ist der Mann mit der fremden Lunge täglich zweimal zu ausgedehnten Spaziergängen mit seiner Labrador-Hündin Filou unterwegs.

Seine Krankheit könne jeden treffen, sagt Rath. Viele Organspender würden gebraucht, die wie er weiterleben können. Vor der Operation müsse man keine Angst haben. „Als man mir die Schläuche entfernt hat und ich das erste Mal frei atmen konnte, habe ich geweint“, beschreibt Rath den Tag, an dem sein zweites Leben begann. Und die Krankheit habe ihn wieder gläubig werden lassen.

Von Peter Büchling

Quelle: HNA

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