Das endlose Thema Kanal

Gesplittete Abwassergebühr beschäftigte Jesberger Parlament erneut

Jesberg. Die Einwohner der Kellerwaldgemeinde werden Worte wie Kanal, Wasser, Abwasser, Rückhaltebecken und Pumpstationen nicht mehr hören können. Dennoch waren sie die wichtigsten Bestandteile der Parlamentssitzung, die am Montagabend im Hundshäuser Dorfgemeinschaftshaus stattfand.

So stand das Thema gesplittete Abwassergebühr ganz oben auf der Tagesordnung: Betriebswirt Martin Keizl informierte über die neue Gebühr, die keine zusätzliche, sondern nur eine geänderte Abwassergebühr darstellt. Sie tritt in Jesberg rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft, auch wenn die Gebührenbescheide – so die vorsichtige Schätzung – erst im Juni versendet werden.

Bislang war das entnommene Frischwasser der Maßstab für die Gebühr fürs Abwasser - künftig wird es die Größe der Fläche sein, von der das Regenwasser in den Kanal fließt.

Familien sparen Geld

Während dabei vierköpfige Familien rund 100 Euro im Jahr sparen können, so eine Rechnung von Keizl, sieht es für die Eigentümer von großen Höfen, Scheunen und Hallen ganz anders aus: Sie werden künftig tiefer in die Tasche greifen müssen, um für die vielen Liter Wasser, die aus den Regenrinnen ins kommunale Netz rauschen, zu bezahlen. Die Landwirte und Unternehmer mit großen Flächen, so die Prognose, werden die Verlierer der geänderten Abwassergebühr werden.

Um aber für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, soll nun in Jesberg eine Grundgebühr erhoben werden. Die soll dafür sorgen, dass auch diejenigen, die zurzeit noch keine großen Mengen Regenwasser einleiten, zur Zahlung einer geringen Gebühr herangezogen werden können. „Wir müssen ja für alle Anlieger-Grundstücke einen Kanal vorhalten, gleich, ob dort eine große Scheune steht oder ein kleines Einfamilienhaus: Deshalb ist eine Grundgebühr sinnvoll“, so Bürgermeister Schlemmer.

Mit der neuen Gebührenordnung geht einher:

• Das Ermitteln aller Flächen, von denen Regenwasser ins den Kanal läuft.

• Die Zisternenregelung wird vereinfacht.

 • Die Gebühren fürs Abwasser werden nicht mehr nur nach Wasseruhren, sondern nach den Wasseruhren UND der Größe der Liegenschaften ermittelt. (bra)

Quelle: HNA

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