Kostenvolumen von 19 Millionen Euro

Endspurt für Kanalbau in Melsungen: Abschluss im Jahr 2015

Bagger und schweres Gerät: Ein tiefes Loch tut sich in Röhrenfurth im Bereich der Bach- und Grundstraße auf. Hier arbeitet eine Kolonne der Firma Franke, im Vordergrund der Straßenbauarbeiter Christian Wassermann. Fotos: Lache-Elsen

Melsungen. Seit Jahren werden in Melsungen Kanäle und Straßen neu gebaut oder saniert. Die größten Projekte befinden sich jetzt im Endspurt.

Im kommenden Jahr müssen die letzten Großprojekte mit einem Kostenvolumen von 19 Millionen Euro abgeschlossen sein, sagt Melsungens Bauamtsleiter Martin Dohmann.

Aktuell sind etwa 1000 Grundstückseigentümer betroffen. Arbeiten laufen derzeit in folgenden Gebieten: Am Hang-Waldstraße-Lindenbergstraße, Bachfeld, Röhrenfurth. Für Obermelsungen läuft zurzeit das Vergabeverfahren, auch dort sollen in Kürze in einigen Bereichen Erneuerungsarbeiten beginnen, erklärte Bauamtsleiter Martin Dohmann.

Um Termine einzuhalten, die ein Förderprogramm vorgibt, arbeiten aktuell vier Bauunternehmen mit mehreren Kolonnen in Melsungen: Fritz Franke GmbH & Co. KG (Morschen), Küllmer Bau GmbH & Co. KG (Reichensachsen-Wehretal), Heinrich Rohde Tief- und Straßenbau GmbH (Korbach) und die Walter Feickert GmbH. Damit könne das straffe Programm eingehalten werden, sagt Dohmann.

„Was wir jetzt tun, ist für die Anwohner eine Riesenbelastung,“ sagt Dohmann. Es gibt viel Dreck durch Baustellen und Bagger, wegen Straßensperrungen müssen Wege und Parkplätze gesucht werden. „Dafür sind die Bauarbeiten schneller zu Ende“, wirbt Dohmann um Verständnis. Und: Eine neue Straße bedeutet eine Wertschöpfung für das Grundstück.

Während der Bauarbeiten müsste nicht nur die Koordination von Anfahrtswegen beachtet werden. Die Kunst sei es vielmehr, dass während der Bauarbeiten die Kanal- und Wasserversorgung immer funktioniere. Teilweise werden auch Gas- und Stromleitungen neu verlegt, auch die Telekom habe sich hier und da eingeklinkt und verlegt neue Leitungen. 140 Kilometer misst das Melsunger Kanalnetz. In den zuletzt ausgewiesenen Baugebieten wie zum Beispiel Am Pfaffenberg und am Huberg besteht laut Dohmann kein Handlungsbedarf, da die Bereiche, die nach 1980 gebaut wurden, in einem brauchbaren bis guten Zustand seien.

Wasserleitung aus 1900

Andernorts stammen viele Kanal- und Wasserleitungen aus den 1950er- und 60er-Jahren. In den Gebieten, in denen alles marode war - Abwasserkanäle, Trinkwasserleitungen und die Straße - wurde mit den Erneuerungsarbeiten begonnen. Das waren in Melsungen die Dörfer, in denen die Haushalte ihr Abwasser noch über Hausklärgruben in Bäche leiteten. Die Ortsteile wurden an die Kläranlage in Melsungen angeschlossen. Jüngst wurde im Stadtgebiet eine Wasserleitung erneuert, die um das Jahr 1900 verlegt worden war, verweist der Bauamtsleiter auf die abgelaufene Lebensdauer der Leitungen. 2015 sollen die ältesten und marodesten Bereiche in Melsungen erneuert sein.

In den kommenden Jahren müssen nur noch kleinere Gebiete in Angriff genommen werden. In vielen Bereichen könnten unterirdische Sanierungsverfahren eingesetzt werden, um den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Trotz der hohen Belastung hätten die Melsunger viel Verständnis, berichtet Melsungens stellvertretender Bauamtsleiter Karl Trieschmann, der täglich die Baustellen in Melsungen abfährt.

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

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