Kreisparteitag verabschiedete Leitlinien für die Arbeit in den Parlamenten

CDU auf Energie-Kurs

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Frielendorf. Soviel Energie war selten in der CDU Schwalm-Eder. In Frielendorf diskutierten am Samstag 140 Delegierte aus Orts- und Stadtverbänden über die Wärme- und Stromversorgung in der Zeit nach Fukushima.

Schon die Teilnehmerzahl mache deutlich, dass es den Christdemokraten im Schwalm-Eder-Kreis ernst sei mit der Energiewende, sagte CDU-Kreisvorsitzender Bernd Siebert zu Beginn der Veranstaltung.

Die Delegierten verabschiedeten einstimmig ein Konzept, das nun auf Kreis- und Ortsverbandsebene Handlungsgrundlage für die Energiepolitik sein soll.

Parteitag der CDU-Schwalm-Eder in Frielendorf

Zu den Kernthesen gehört, dass der Energiebedarf im Landkreis langfristig aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden soll und das zu wettbewerbsfähigen und verbraucherfreundlichen Preisen.

Großes Potenzial wird in der Nutzung von Biomasse gesehen. Damit es nicht zu einer Konkurrenz beim Anbau von Nahrungs- und Energiepflanzen kommt, sollen nach dem Willen der CDU Schwalm-Eder stärker organische Reststoffe und Bioabfälle genutzt werden. Auch Holz gewinne als heimischer Energieträger zunehmend an Bedeutung.

Bei der Windkraft, die das größte Potenzial verspricht, sehen die Christdemokraten allerdings auch Probleme in der Akzeptanz. Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sowie auf die Anwohner müsse berücksichtigt werden.

„Wir werden nicht umhin kommen, die Windkraft an geeigneten Standorten auszubauen, sagte Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich, die Gast der Veranstaltung war. Windkraftanlagen auf hoher See seien noch zu teuer und die Leitungen fehlten noch.

Puttrich warb um Verständnis dafür, dass man sich beispielsweise auch an Eingriffe ins Landschaftsbild durch Hochspannungsleitungen gewöhnen müsse. „Nach Fukushima wollten 90 Prozent der Menschen aus der Kernenergie raus. Heute gibt es schon wieder viele Bürgerinitiativen, die sich gegen Projekte aussprechen.“

Es sei ein ehrgeiziges Ziel, das Land bis 2050 ausschließlich mit erneuerbarer Energie versorgen zu wollen, „aber, wenn wir nicht Wege aufzeigen, wer soll es denn sonst tun“, sagte die Ministerin.

Größere Anstrengungen will das Land Hessen unternehmen, um die energetische Sanierung von Gebäuden voran zu treiben. Puttrich: „70 Prozent der Energie wird verwendet, um Gebäude zu beheizen.“ Bisher liege die Sanierungsquote in Hessen bei 0,75 Prozent des Bestandes. Ziel sei es diesen Wert auf 2,5 Prozent zu erhöhen. „Das wäre auch ein großes Konjunkturprogramm vor allem für Handwerksbetriebe“, sagte die Umweltministerin.

Bei der Installation von Solaranlagen auf Dächern sei die Entwicklung im Schwalm-Eder-Kreis bereits weit vorangeschritten, lautet eine weitere Erkenntnis des CDU-Thesenpapiers. Durch eine technologische Weiterentwicklung und eine Kostensenkung gebe es aber noch Perspektiven für einen weiteren Ausbau dieser Energiequelle.

Mit einer Expertenrunde wurden die Energiethemen beim CDU-Kreisparteitag vertieft. Gesprächspartner waren der Energiepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Peter Stephan, Thomas Weber (Vorstandsmitglied Eon Mitte), Dr. Thorsten Ebert (Vorstandsmitglied Städtische Werke Kassel), Dirk Schnur (Energiebeauftragter des Landkreises) sowie Dr. Harald Bräutigam (Geschäftsführer Maschinenring Schwalm-Eder). Es moderierte CDU-Staatssekretär Mark Weinmeister.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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