Junger Verbund zählt 174 Mitglieder, Tendenz steigend – Neben Photovoltaik rückt Windkraft in den Fokus

Energiegenossen auf Erfolgskurs

Energie auf Dächern erzeugen: Das ist Konzept der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll, die in Schwalmstadt schon viele Anlagen betreibt. Foto: dpa/Archiv

Trutzhain. Bei der Generalversammlung der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll herrschte am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus in Trutzhain reger Betrieb. Der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Braun begrüßte die Mitglieder und Gäste zu der Versammlung, in der das Vorstandsmitglied Horst Kaisinger das Gründungs- und Geschäftsjahr 2011 Revue passieren ließ.

Nach einer Informationsveranstaltung in Schrecksbach wurde am 26. September 2011 die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll eG mit 76 Mitgliedern gegründet. Hintergrund war die Idee, regionale Wertschöpfung zu organisieren und zu sichern,

Zunächst konzentrierte sich die Genossenschaft auf Photovoltaikanlagen. Im Vorjahr wurden auf dem Dach des Raiffeisen-Baumarktes in Ottrau und auf dem Dach des Kindergartens im Steinweg in Ziegenhain Anlagen installiert. Inzwischen habe die Energiegenossenschaft sieben weitere Anlagen errichtet, unter anderem auf den Dächern der ehemaligen Kaserne in Treysa, der Kindertagesstätte Rappelkiste, dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses in Wiera und auf dem Betriebsgebäude von Hephata. Parallel dazu arbeitete die Genossenschaft daran, die Ressourcen anderer Energieträger, in erster Linie die Windkraft, zum Nutzen der Mitglieder der Genossenschaft zu erschließen.

Die Bürgerbeteiligung funktioniere. Die erste Pilotanlage in Ottrau sei laut Mitteilung komplett über Mitglieder finanziert, die ansprechende Renditen bekommen würden.

Die Bilanz des Gründungsjahres, so Kaisinger weiter, sei noch sehr überschaubar. Die Vermögenswerte beliefen sich laut Mitteilung zum Ende des Jahres 2011 auf die Summe des gezeichneten Kapitals in Höhe von 53 400 Euro. Die Bilanz schließe nach Verrechnung des Verlustes aus dem Gründungsjahr mit einer Bilanzsumme von 48 587,05 Euro. Die Genossenschaft sei gewachsen und zähle 174 Mitglieder mit 682 Geschäftsanteilen an, Tendenz steigend.

Der Aufsichtsrat und der Vorstand wurden einstimmig entlastet. Das Ziel für dieses Jahr, 500 kWp in Form von Fotovoltaikanlagen am Netz zu haben, sei zu 90 Prozent erreicht. Derzeit werde die Realisierung von zwei größeren Freiflächenparks geprüft. Im Laufe des Jahres sollen weitere Dachanlagen folgen.

Sobald in den nächsten Wochen Klarheit über genehmigungsfähige Windkraftstandorte vorliege, möchte die Energiegenossenschaft auch in diesem Sektor Projekte anpacken. Ziel sei es, in den Jahren 2013 bis 2015 in Bereichen, wo möglich und sinnvoll erscheint, Windparks zu realisieren, hieß es. Es gebe Modelle, die mit kompetenten Partnern umgesetzt werden können.

Kaisinger appellierte an Grundstückseigentümer, nicht an externe Unternehmen zu verpachten. Er bat darum, den Kontakt zu den Kommunen oder der Energiegenossenschaft zu suchen und der lokalen Wertschöpfung über die Pacht hinaus eine Chance zu geben. (alx) Weitere Infos: www.schwalm-knuell-energie.de

Quelle: HNA

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