Engpässe beim Feuerwehreinsatz am Tag

Personeller Engpass: Tagsüber müssen viele Feuerwehren schlecht besetzt ausrücken, weil viele Mitglieder auswärts arbeiten. Symbolfoto:  dpa

Wolfhager Land. Ist die Feuerwehr tagsüber gefordert, kann es im Wolfhager Land knapp werden. Denn viele Feuerwehrmitglieder arbeiten auswärts. Abhilfe wollen die Stadtverwaltungen schaffen, indem sie bei der Einstellung neuer Mitarbeiter darauf achten, dass diese Wehrmitglieder sind. Die Stadt Wolfhagen bietet sogar finanzielle Unterstützungen an.

Das Problem des personellen Engpasses ist nicht neu, doch gelöst ist es noch nicht. „In Wolfhagen haben wir das halbwegs gut im Griff“, sagt Stadtbrandinspektor Frank Brunst. In der Stadtverwaltung arbeiten mehrere Wehrmitglieder, die im Notfall mit ausrücken können. Man müsse „darauf dringen“, dass neue Mitarbeiter auch bei der Feuerwehr seien. Die richtige berufliche Qualifikation sei wichtig, sagt Brunst, aber eben auch die freiwillige Arbeit bei der Feuerwehr.

„Vorbild sein“

Dass bei der Stadt Wolfhagen genau darauf geachtet werde, betont Erster Stadtrat Horst Förste (CDU). Bezuschusst wird von der Verwaltung sogar der Lkw-Führerschein. Im Thermalbad Bad Emstal wurde kürzlich ein neuer Mitarbeiter eingestellt - und der ist auch Mitglied bei der Feuerwehr, berichtet Bürgermeister Ralf Pfeiffer (parteilos). „Für uns ist das wichtig, wir wollen als Arbeitgeber ein Vorbild sein.“ Mehrere Mitarbeiter im Rathaus seien bei Wehren engagiert „und wir bitten auch die Firmen hier, darauf zu achten“.

Auch im Zierenberger Rathaus wird darauf geachtet, dass „bei gleicher Eignung“ zweier Bewerber das Feuerwehrmitglied den Vorzug bekommt, sagt Bürgermeister Stefan Denn (SPD). 140 Einsatzkräfte gebe es in Zierenberg, so Denn. Aber in den kommenden Jahren werde sich die Situation verschärfen, glaubt er, da viele ältere Feuerwehreinsatzkräfte ausscheiden werden.

Für Matthias Brandau, Stadtbrandinspektor in Zierenberg, geht es nicht nur darum, dass genügend Wehrleute da sind, die ausrücken können. Auch die Qualifikation spiele eine wichtige Rolle. Bei einem Brand im vergangenen Jahr in Oelshausen habe er sieben bis acht Wehren alarmieren müssen, um genügend Atemschutzgeräteträger zu haben, berichtet er. Die „Versorgung tagsüber ist ein Problem aller Kommunen“, sagt Brandau. Brennt es am Tag in den Ortsteilen von Wolfhagen, fährt die Wehr aus der Kernstadt in der Regel mit raus - weil in den Orten die Einsatzkräfte fehlen, sagt Frank Brunst.

Feuerwehrleute gewinnen

Die politisch Verantwortlichen hätten die Problematik gut verstanden, sagt er. Dennoch müsse man sich mittelfristig Gedanken machen, wie man gut qualifizierte Feuerwehrleute halten und gewinnen kann. Dann müsse man auch darüber nachdenken, ob man vielleicht die Zahl der hauptamtlichen Kräfte weiter vorantreibt. Fotos: Archiv

Quelle: HNA

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