Guxhagener diskutierten über Sicherheit für Fußgänger

Engpass am Bahnhof Guxhagen sorgt für Ärger

Guxhagen. Mehr Sicherheit für Fußgänger am Bahnhof fordern Einwohner von Guxhagen. Wie dieses Anliegen realisiert werden kann, wurde am Mittwoch in einer Bürgerversammlung mit Vertretern der Deutschen Bahn, des Nordhessischen Verkehrsverbundes und des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen diskutiert.

Bisher konnten die Guxhagener über die Gleise zum zweiten Bahnsteig für die Fahrtrichtung nach Kassel gelangen. Für die Sicherheit beim Überqueren der Gleise sorgte früher ein Fahrdienstleiter. Seit rund neun Monaten regelt eine elektronische Schranke den Gleisübergang. Nun plant die Bahn AG einen neuen Bahnsteig an der Außenseite der Gleise mit schienenfreiem Zugang und einem Zaun zwischen den Gleisen.

Gefährlicher Engpass: An der Bahnunterführung in Guxhagen gibt es nur schmale Gehsteige.

Die Fahrgäste sollen nicht mehr die Gleise überqueren, sondern durch die Unterführung auf die andere Seite gelangen. Der Weg verläuft entlang der Kreisstraße zwischen Bahnhofs- und Raiffeisengebäude. Ziel sei die Inbetriebnahme des neuen Bahnsteiges zum 31. Oktober, sagte Christoph Buchholz von der DB Projektbau GmbH. Der Kritikpunkt, an dem sich die Diskussion der Bürger mit den Planern entzündete, ist der nur 75 Zentimeter schmale Gehweg in der Unterführung. Der Durchgang sei eine Gefahrenquelle für Fußgänger und zu schmal für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Fußgänger mit Fahrrad. Mario Riebeling von der DB Netz AG erklärte, dass die Brücke zwar der Bahn gehöre, die Verkehrsführung aber Sache der Gemeinde sei. Das sahen die Guxhagener anders, denn erst durch die neue Wegeführung für Fahrgäste werde der Durchgang zum Problem.

Sei der Durchgang von Fußgängern bisher nur wenig genutzt worden, werde er ab November zusätzlich von den Fahrgästen in Anspruch genommen.

Zu berücksichtigen seien auch die etwa 200 Schulkinder unter den rund 800 Pendlern, die täglich den Bahnhof Guxhagen nutzen. Mit der neuen Regelung werde die Unterführung Teil des Schulweges.

Als Lösungsvorschläge wurden eine Fahrbahnverengung mit Verbreiterung des Gehweges und einem Brückenbegegnungsweg mit Ampel genannt. Weitere Vorschläge waren ein neuer Fußgängertunnel neben der bestehenden Unterführung, eine Brücke sowie die Beibehaltung der Gleisüberquerung mit Schranke.

Zu berücksichtigen sind dabei die Kosten, die Sicherheit und die Gewährleistung eines barrierefreien Zugangs zu den Gleisen. Geplant wurde nun ein Runder Tisch mit Gemeindevertretern und Planern, um eine Lösung noch vor der Inbetriebnahme des neuen Bahnsteiges zu finden.

Unstimmigkeiten gab es auch über den Informationsfluss zwischen Planern und Gemeindeverwaltung. Hieß es von Seiten der Bahn, die Gemeinde sei informiert gewesen und habe sich nicht um die Probleme gekümmert, wurde von der Gemeinde eine unzureichende Information und Beteiligung an den Entscheidungen bemängelt.

Lebhafte Diskussionen: Guxhagener diskutierten über die Sicherheit von Fußgängern am Bahnhof. Unser Foto zeigt von links Herbert Ebert, Daniel Naumann und Rolf Stuhlmann.

„Wir haben Ihren Plänen nicht zugestimmt“, sagte Bürgermeister Edgar Slawik mit Nachdruck. Die Gemeinde sei nicht einverstanden gewesen. Man habe sich kein Gehör verschaffen können. „Wir hatten einen sicheren Bahnhof, jetzt bekommen wir einen unsicheren Bahnhof“, meinte Ortsvorsteher Konrad Rysiewski. Die Bahnunterführung sei Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden, in einer Zeit also, in der das Straßenbild noch von Kutschen geprägt war, sagte Ulrich Manthei. Die Abmessungen genügten nicht mehr modernen Standards, beispielsweise einer Gehsteigbreite von 1,50 Metern. Eine Veränderung der Unterführung sei nicht möglich, erklärte jedoch Mario Riebeling von der DB Netz AG.

Kleine Ausstattung

Am Bahnhof Guxhagen steigen täglich etwa 800 Fahrgäste ein- und aus, halbstündlich halten Züge.

Der Bahnhof ist von der Bahn mit der Kategorie fünf eingestuft. Das bedeutet eine kleine Ausstattung mit einem Wetterschutzhäuschen und Beleuchtung.

Da der Fahrdienstleiter in Guxhagen wegfalle, werde die Station mit einem dynamischen Schriftanzeiger ausgestattet, der aktuelle Informationen liefert, beispielsweise über Verspätungen von Zügen, erläuterte Reginald Klimpel von der DB Station & Service AG.

Zusätzlich zum neuen Bahnsteig baut die Bahn einen Park-and-Ride-Parkplatz auf der selben Seite. Der Hausbahnsteig und der Zugangsbereich werden erneuert, ebenso die Beleuchtungsanlage.  Der Bahnhof erhält ein Wetterschutzhäuschen, eine Funkuhr und neue Schilder. (yma)

Quelle: HNA

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