Aus für Entbindung in Alsfeld: Ziegenhain rechnet mit mehr Geburten

Ziegenhain. Im neuen Jahr wird es am Alsfelder Kreiskrankenhaus keine Entbindungsstation mehr geben. Die werdenden Mütter müssen dann die Geburtenstationen anderer Kliniken nutzen.

Die nächstgelegene Möglichkeit ist die Geburtshilfe in Ziegenhain. Weitere gibt es in Bad Hersfeld, Marburg, Fulda und Gießen.

„Seit Ende 2011 haben wir unsere Geburtenrate Jahr für Jahr steigern können, wir rechnen Ende 2016 mit 400 Geburten“, sagte Dr. Heinz-Josef Kaum, Chefarzt der Frauenklinik am Asklepiosklinikum Ziegenhain. Kaum erwartet, dass mindestens ein Drittel der Schwangeren, die sonst in Alsfeld entbinden würden, demnächst nach Ziegenhain kommt, sodass Ende 2017 mit insgesamt mehr als 500 Geburten in Schwalmstadt zu rechnen sei. Logistisch sei dies kein Problem für die Entbindungsstation, da genügend Hebammen und Ärzte sowie Räumlichkeiten vorhanden seien.

Die Schließung in Alsfeld geht auf die Entscheidung der drei dort tätigen Belegärzte der Gynäkologie zurück (HNA berichtete). Der Grund für das Aus in Alsfeld sei, dass sich die Rahmenbedingungen für den Erhalt der geburtshilflichen Abteilung in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert hätten. „Die Kosten für die spezielle Haftpflichtversicherung steigen massiv an, zum Ende des Jahres erneut von 72 000 auf 130 000 Euro“, erklärte einer der drei Ärzte, Dr. Stefan Schindler, gegenüber der HNA. Auch innerhalb der Klinik habe es Unstimmigkeiten gegeben.

Die hohen Versicherungsprämien übernimmt seit 2011 der Vogelsbergkreis. Auch für das kommende Jahr würde der Landkreis in Vorleistung treten. „Die immer weiter steigenden Kosten treiben auch den Vogelsbergkreis immer weiter an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit“, so Schindler.

Quelle: HNA

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