Häftling saß in der Kirche

Entflohener Häftling in der Rhön gefasst

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Entflohener Häftling in der Rhön gefasst

Schwalmstadt. Genau einen Tag dauerte seine Flucht: Die Polizei hat gestern den Häftling der Ziegenhainer Justizvollzugsanstalt wieder gefasst. Er hatte in Fulda seine Mutter besuchen dürfen.

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In einer Kirche im osthessischen Nüsttal-Hofaschenbach ging der 53 Jahre alte, verurteilte Mann den Fahndern ins Netz. 

Der verletzte und frierende Flüchtling hatte in dem Gotteshaus Unterschlupf gesucht und ließ sich widerstandslos festnehmen. Hinweise aus der Bevölkerung hatten zur Festnahme geführt. Schnell verdichtete sich der Verdacht, dass der 53-Jährige in der dortigen Kirche Zuflucht gesucht hatte. Eine Zeugin hatte den Straftäter aufgrund der Personenbeschreibung erkannt und die Polizei informiert.

Der Häftling hatte sich am Montagmittag aus dem Staub gemacht, als er in einem Mehrfamilienhaus im Fuldaer Stadtteil Ziehers-Süd seine Mutter besuchen durfte. Wie dem Mann die Flucht trotz Bewachung und Fesseln gelang, teilte das Justizministerium zunächst nicht mit. Der 53-Jährige war von zwei Justizvollzugsbamten des Ziegenhainer Gefängnisses zu der Wohnung der Mutter in Fulda begleitet worden. Über die näheren Umstände seiner Flucht und seinen zwischenzeitlichen Aufenthalt ist derzeit noch nichts bekannt, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen mit.

Verletzte sich bei Flucht

Bei der Flucht hatte sich der Häftling eine Verletzung an der linken Schulter zugezogen. Sie wurde den Angaben zufolge nach der Festnahme am Ort von Ärzten und später in einem Krankenhaus versorgt.

Nach seiner Festnahme habe der Mann geschwiegen, sagte ein Polizeisprecher in Fulda. Er habe noch seine versteckt angebrachte Fessel getragen. Sein linker Arm und sein rechtes Bein waren laut Polizei mit einer Kette durch Hosentasche und Hosenbein miteinander verbunden. „Damit konnte sich der Häftling aber einigermaßen normal bewegen“, sagte Polizeisprecher Carsten Sippel. Der Besuch in Fulda war dem Mann gewährt worden, damit er den Kontakt zu seiner 87 Jahren alten Mutter aufrechterhalten kann. Die Mutter ist krank und nicht in der Lage, ihren Sohn im Gefängnis zu besuchen. Zum letzten Mal hatten sich die beiden im Juni 2010 gesehen. Der Mann war wegen versuchten Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt worden. (lhe/syg)

Quelle: HNA

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