Moischeider diskutierten neue Standorte für Windräder

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Könnten bald auch in Moischeid stehen: Im Hochland gibt es bereits etliche Windräder, wie hier zwischen Sachsenhausen und Appenhain.

Moischeid. Wie der Wind in Zukunft wehen soll, darüber entschieden am Montagabend mehr als 40 Moischeider in einer Bürgerversammlung zum Thema Weiterentwicklung der Windenergie.

Der Ortsbeirat hatte dazu einladen. Denn der muss bis zum 10. September gegenüber der Gemeinde Stellung nehmen. Nach lebhafter Diskussion entschieden sich die Einwohner letztlich dafür, so genannte Bevorratungsflächen auszuweisen.

Im neuen Regionalplan der Landesregierung sollen insgesamt zwei Prozent an Flächen zur alternativen Energiegewinnung ausgewiesen werden. „Wir als Ortsbeirat wollen das nicht allein entscheiden, sondern unter Beteiligung der Moischeider“, erklärte Ortsvorsteherin Petra Wurmbäck.

Zunächst informierte Frank Gleim, Bürgermeister der Nachbarkommune Gemünden, über die geplanten acht Windkraftanlagen, die teilweise an der unmittelbaren Gemarkungsgrenze zu Moischeid stehen werden. Als Flächen wurden hier Areale des Stadtwaldes und der Waldinteressenten Schiffelbach ausgewiesen. „Die Gemündener identifizieren sich mit dem Projekt. Jeder, der sich an einer Anlage beteiligen möchte, kann dies auch tun“, erklärte Gleim. In Zeiten defizitärer Haushalte könne die Kommune durch die Pacht Einnahmen generieren. „Allerdings erst nach der Finanzierung, ab dem siebten Jahr.“

Die Frage eines Moischeiders, ob nicht eine gemeinsame Planung sinnvoll wäre, beantwortete Gleim klar: „Dann wäre unsere Grunduntersuchung für die Tonne.“ Die jährliche Pacht bezifferte Lothar Hirth von der Gemeinde Gilserberg auf 25 bis 35 000 Euro. „Es bleiben nicht die Dimensionen hängen, die in der Diskussion sind“, stellte er klar. Windkraftexperte Wilhelm Eckel gab zu bedenken, dass man sich mit einem negativen Votum bis auf weiteres die Möglichkeit von Anlagen verbaue. „Der neue Regionalplan ist mindestens 20 Jahre gültig.“ Die Windstandorte in Moischeid schätzte er als gut ein: „Wenn sie weg sind, sind sie weg“, sagte Eckel.

Eichholz gut geeignet

Aus dem Spiel um den besten Standort raus ist aktuell der Jeust. „Er ist Naturschutzgebiet und kommt deshalb nicht in Frage“, erklärte Wurmbäck. Geeignet sei hingegen das Eichholz. Kritisch hinterfragt wurde auch die Abholzung, die für die Anlagen nötig würden. Gleim erläuterte: „Ein Hektar pro Rad, die Natur kann auf eine Fläche von 80 mal 80 wieder heran geführt werden.“ Indes äußerten einige Moischeider aber auch im Bezug auf den künftigen Strompreis ihren Unmut. „Durch die Räder wird der Strom nur noch teurer.“

Gleim appelierte an den Mitnahme-Effekt: „Es besteht für Bürger die Möglichkeit, sich an den Anlagen zu beteiligen.“ In Gilserberg sind aktuell fünf neue Räder in Planung. (zsr)

Quelle: HNA

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