Enzianblüten am Wolfhager Teichberg

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Floristischer Neubürger: Erstmals wurde auf dem Wolfhager Teichberg Franzenenzian entdeckt. Anton Hertlein, Wanderführer im Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein Wolfhagen, ist fasziniert vom Vorkommen der tiefblauen Gebirgsblume.

Wolfhagen. Normalerweise wächst die Pflanzenart Enzian, von der es weltweit fast 400 Arten gibt, im Hochgebirge. Doch auch im Wolfhager Land sind sie nun zu finden.

Auf so genannten Kalkmagerrasenflächen, wie zum Beispiel dem Hohen Dörnberg oder der Hute am kleinen Bärenberg, sind zwei Enzianarten heimisch geworden: der Deutsche Enzian sowie der Franzenenzian.

Letzterer ist jetzt auch am Ende des Wolfhager Teichberges Richtung Gasterfeld von einer Spaziergängerin entdeckt worden. Dort blühen auf einem kleinen Stück Kalkmagerrasen-Brachland an einer Weggabelung kurz vor dem Dusebach derzeit etwa 20 Franzenenziane (lateinische Bezeichnung: Gentianopsis ciliata). In Deutschland ist der Franzenenzian geschützt und wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen- und Tierarten mit der Stufe drei klassifiziert.

Franzenenzian

Der Name Franzenenzian leitet sich davon ab, dass die tiefblauen Kelchblätter in Trichterform an ihrem Kronenrand gefranzt („gewimpert“) sind. Ihre Blütezeit erstreckt sich von August bis November. Wie der Franzenenzian sich am Wolfhager Teichberg ansiedeln konnte, bleibt eine Vermutung. „Die Bestäubung der Blüten, die nur bei ausreichendem Lichtangebot gebildet werden, erfolgt überwiegend durch Insekten, wie Hummeln oder Tagfalter. Doch die Früchte sind Kapseln, deren elastischer Fruchtstiel sich nach der Reife stark verlängert und deren Kelch als Windfang dient. Deshalb erfolgt ihre Ausbreitung über mehrere Kilometer hinweg auch als so genannte Windstreuer“, sagt Peter Priller, Vorsitzender des Ortvereins Altenhasungen im Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Namensgeber der lateinischen Bezeichnung Gentianopsis für alle Enzienarten ist der illyrische König Genthios. Er war Herrscher eines Volksstamms in der Antike, der auf der westlichen und nordwestlichen Balkanhalbinsel sowie im südöstlichen Italien lebte und erkannte als Erster die Heilwirkung des Enzians.

Quelle: HNA

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