Konferenz zur Tiefenökologie auf dem Dörnberg zog über 100 Teilnehmer an

Der Erde eng verbunden

Nicht nur pure Philosophie: Auch ganz konkrete Ansätze wurden von den Anhängern der Tiefenökologie diskutiert. Foto: Uminski

Zierenberg. Wer glaubt, dass Tiefenökologie etwas mit den Gegebenheit unter der Erde oder unter dem Wasser zu tun hat, der hat weit gefehlt. Denn die Lehre der tiefen Ökologie beschäftigt sich mit der Beziehung zu allem Lebendigen auf unserem blauen Planeten.

Und sie hinterfragt vor allem das menschliche Handeln. Dass dies nicht nur reine Philosophie ist, sondern etwas mit aktiver Veränderung zu tun hat, davon konnten sich die 105 Teilnehmer in der sechstägigen Konferenz auf dem Dörnberg selbst überzeugen. Prominenter Gast aus den USA war die Systemwissenschaftlerin Joanna Macy.

Es gehe darum nicht die Augen vor dem Elend, dass auf der Erde herrscht, zu verschließen – sei es beim Thema Atommüll, Fracking oder Genmanipulation. „In den Konferenzen und Übungen lernen die Teilnehmer nicht in Lähmung und Angst vor den Problem zu erstarren“, sagt Trainer und Dipl.-Sozialarbeiter Gunter Hamburger, „sondern genau hinzusehen und zu handeln.“

Politisches Engagement

Konkret könne man in Bürgerinitiativen arbeiten, sich politisch engagieren oder ganz eigene Projekte umsetzen. „Für mich persönlich ist es die Thematik Atommüll“, sagt der Sozialarbeiter bei der Konferenz.

Die Lehre der Tiefenökologie basiert auf der Philosophie, dass die Erde ein lebendiger Organismus ist. „Wir müssen verantwortungsvoll mit ihr und ihren Ressourcen umgehen, damit auch die zukünftigen Generationen hier leben können“, sagt Gunter Hamburger.

In mehreren Schritten setzen sich die Anhänger der Tiefenökologie nicht nur mit der Systemtheorie auseinander, sondern bauen in Gruppenübungen ihre Ängste und Blockaden ab, um anschließend aktiv zu handeln. „Man entwickelt eine andere Sichtweise auf die Dinge“, sagt Gunter Hamburger. Tiefenökologen sprechen dann von Active Hope. „Erst durch Handeln entsteht Hoffnung.“

Viel gesungen und getanzt

Während der Konferenz wurde nicht nur gesprochen, sondern auch viel gesungen und getanzt. Ziel der Konferenz sei es, sich in seinen Absichten zu stärken. „Die Konferenz war absolut großartig“, sagt der Sozialarbeiter. „Wir müssen lernen, dass wir es selbst in der Hand haben.“

Das nächste Seminar findet auf dem Ökodorf Sieben Linden in Sachsen-Anhalt statt.

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

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