Gastelterninitiative Kinder von Tschernobyl begrüßte wieder Kinder aus Weißrussland

Erholung für lange Zeit

Haben sich bei ihrem Besuch in Rommershausen in Tracht gekleidet: Die Sechstklässler aus Rudya. Das weißrussische Dorf liegt nur 70 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Dort hatte es 1986 ein Reaktorunglück gegeben. Foto: Hoffmann

Rommershausen. Lachende Kinder und glockenheller Gesang: Im DGH Rommershausen begrüßte die Gastelterninitiative Kinder von Tschernobyl am Mittwoch 21 Gäste aus dem weißrussischen Rudya. Das Dorf liegt nur 70 Kilometer vom Kernkraftwerk Tschernobyl entfernt, wo es im April 1986 ein Reaktorunglück gegeben hat.

Bei den Gästen handelt es sich um 16 Sechstklässler einer Gesamtschule in Rudya. Fünf Betreuer begleiten sie, darunter zwei Dolmetscher. Die Reisegruppe fuhr 28 Stunden per Bus auf der über 1500 Kilometer langen Strecke. „Und das“, so Georg Ebener von der seit 1992 bestehenden Initiative, „ist noch rekordverdächtig.“ Vor einigen Jahren dauerte die Rückreise kräftezehrende 42 Stunden.

Die Besucher nehmen die Strapazen gerne in Kauf. In der Schwalm sind die Heranwachsenden in Gastfamilien untergebracht. Für ein Rahmenprogramm ist gesorgt. Gaststätten aus der Umgebung laden die Kinder zum Essen ein, Ausflüge stehen an und der Verein konnte Kleider- sowie Sachspenden organisieren. Auch an medizinische Vorsorge haben die Initiatoren gedacht.

Das ist auch wichtig. Denn –für unsere Begriffe kaum vorstellbar – die Kinder sind bis heute täglich der schädlichen Radioaktivität ausgesetzt. „Die drei Wochen hier bei unserer Nahrung und Luft stärken das Immunsystem der Kinder für das restliche Jahr“, erklärt Ebener.

Aus Dankbarkeit hatten sich die Gäste im DGH etwas Besonderes ausgedacht: Sie boten drei Lieder in ihrer Landessprache dar. Dazu waren die Kinder in traditionellen Trachten gekleidet. Anschließend gab es ein großes Buffet.

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

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