Bereits zum 18. Mal kommen die „Tschenobyl-Kinder“ ins Wolfhager Land

Erholung in Nordhessen

Sind wieder zu Gast: Einige Tschernobyl- Kinder mit ihren Betreuerinnen in der alten Villa Burghasungen, im Hintergrund Gerd Appel und Horst Schäfer (rechts). Foto: Archiv/

Burghasungen. Auch in diesem Jahr hat der Verein Tschernobyl-Hilfe Burghasungen/Küllstedt wieder einen dreiwöchigen Erholungsurlaub im Wolfhager Land für Mädchen und Jungen überwiegend aus den Orten Chaltsch und Wetka in der weißrussischen Region Gomel organisiert.

Diesmal sind 22 Kinder von sechs bis zwölf Jahre vom 14. Juli bis 4. August zu Gast. Begleitet werden die Kinder von den Lehrerinnen Galina Syrokwascha und Nina Schakowa sowie von der Küchemeisterin Inna Galenja, die auch gleichzeitig Dolmetscherin ist. Es ist die inzwischen die 18. Kinderfreizeit der so genannten Tschernobylkinder, die bei Gastfamilien in Altenhasungen, Burghasungen, Istha, Kassel, Niederelsungen und Volkmarsen untergebracht sind.

Gerd Appel, Vorstandsmitglied der Burghasunger Tschernobylhilfe sagt: „Auch 26 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dauern für die Menschen aus den verstrahlten Gebieten in der Ukraine und Weißrussland die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen ungebremst weiter an und entfalten erst heute ihre ganze, traurige Wirkung.“

Leid durch den Super-Gau

Besonders die Region Gomel und vor allem die dort lebenden Kinder haben bis heute am stärksten unter dem damaligen Super-Gau zu leiden. Schilddrüsenerkrankungen, Schwächung des Immunsystems sowie vor allem viele Arten von Krebserkrankungen gehören zu ihrem leidvollen Alltag. Appel weiter: „Mit der Kinderfreizeit im Märchenland der Brüder Grimm wollen wir den Kleinen in sauberer Luft und mit guter Ernährung in familiärer Geborgenheit ein Stück Gesundheit, neue Kräfte, Lebensfreude, Lebensmut und Hoffnung schenken.“

Fortgesetzt wird bei der Kinderfreizeit die im vorigen Jahr erstmals erfolgreich praktizierte Ganztagsbetreuung der Mädchen und Jungen mit Unterricht sowie einem vielschichtigem Erlebnisprogramm. Zur Vorbereitung des Aufenthalts war Gerd Appel mit weiteren Vereinsmitgliedern Anfang April vor Ort in Chaltsch und Wetka, um alle Formalitäten zu klären.

Die Burghasunger waren aber nicht mit leeren Händen nach Weißrussland gefahren. Für 25 Familien mit Kleinkindern hatten sie jeweils Hilfspakete mit Grundnahrungsmitteln im Gepäck. Zudem auf vorjährigen Wunsch der Krankenhausleiterin, Dr. Nadja Simina, für den Sonderkindergarten der Poliklinik Wetka jede Menge Waschpulver.

Dieser Sonderkindergarten betreut Kleinkinder mit Geburtsfehlern, die auf die Strahlung zurückzuführen sind. Auch der städtische Kindergarten bekam einen Wunsch erfüllt: eine Palette Toilettenpapier. Galina Syrokwascha: „Seit Wochen müssen die Kinder Zeitungsreste für ihr Geschäft benutzen.“ (zih)

Quelle: HNA

Kommentare