Erholungsfahrten für Tschernobyl-Kinder vor dem Aus: Suche nach Sponsoren

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Geld fehlt: 55000 Euro fehlen dem Partnerschaftsverein, um einen Bus zu kaufen. Deshalb sucht der Vorsitzende Joachim Jerosch nun nach Sponsoren, um auch weiterhin Kindererholungen anbieten zu können. Auf dem Bus könnten auch die Schriftzüge der Sponsoren angebracht werden.

Homberg. Die Zeit läuft dem Homberger Partnerschaftsverein davon: Nachdem der Hauptsponsor für den Kauf eines Reisebusses kurzfristig abgesprungen ist, ist der Verein in Not.

Denn nur zu gerne würde er auch weiterhin die Erholungsaufenthalte von Kindern aus Hombergs weißrussischer Partnerstadt Stolin organisieren, doch ohne eigenen Bus ist dieses Projekt in Gefahr. Jetzt sucht der Verein dringend Sponsoren. 55 000 Euro fehlen nun. Und: Der Bus, den der Verein kaufen wollte wird vom Händler nur noch bis Ende nächster Woche zurückgehalten.

„Das ist eine große Summe. Leider ist die Firma unseres Hauptsponsors in Schieflage geraten und er kann uns nicht mehr unterstützen“, sagt der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Joachim Jerosch. „Ich kann die Gründe verstehen, dennoch sind wir enttäuscht“, fügt er an.

In den vergangenen zwei Jahren hat er alle Hebel dafür in Bewegung gesetzt, um Spender zu gewinnen und einen passenden Bus zu finden. Über 43 000 Euro hat der Verein bereits zusammen. Darunter auch zweckgebundene und zeitlich befristete Zusagen von großen Stiftungen. Auch Homberger haben sich bereits beteiligt.

Seit 1996 bietet der Verein Kindern aus Stolin die Möglichkeit, sich in den Ferien in Homberg zu erholen. Kinder, die in Gebieten aufwachsen müssen, die auch heute noch von dem Atomunglück vor 25 Jahren in Tschernobyl radioaktiv belastet sind. „Den Erholungsaufenthalt brauchen sie dringend zur Stabilisierung ihrer geschwächten Gesundheit“, sagt Jerosch. Noch immer kommen viele infolge der Katastrophe mit einer Immunschwäche auf die Welt, sind kleiner, labiler und blasser als andere in ihrem Alter.

„Wir hatten bislang das Glück, dass wir für die Fahrten einen Bus geliehen bekamen. Doch auch bei diesem Unternehmen hat die Wirtschaftskrise Spuren hinterlassen“, sagt Jerosch. Seit zwei Jahren bekommt der Verein den Bus nicht mehr. Einen Bus zu mieten, das sei langfristig gesehen zu teuer. Etwa 6000 Euro würde das kosten. Hinzu komme dann noch das Geld, dass der Verein für den rund fünfwöchigen Aufenthalt der 20 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren und ihrer fünf Betreuer zusammenbekommen müsse.

„Das können wir nicht schaffen“, sagt Jerosch. Anders sei das mit einer einmaligen, großen Anschaffung – dachte der Verein. Bis jetzt. Denn sollte es nicht gelingen, den Bus zu kaufen, dann fange man wieder bei Null an. „Dann ist der Bus weg und auch ein Teil des Geldes.“ Der Verein müsste wieder fast von vorn anfangen. Dabei gehe Zeit verloren, die der Verein und vor allem die Kinder nicht haben. „Sie hoffen drauf, dass wir sie im Sommer abholen.“ Denn die Auszeit in Homberg sei für sie eine wichtige Erholungsphase, die sie brauchen.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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