Die meiste Zeit lebt er auf Lanzarote

Gastronomische Legende: Erich Holzhauer hat den Grischäfer aufgebaut

Genießt die Zeit in der alten Heimat: Erich Holzhauer ist nach wie vor ein vorzüglicher Gastgeber, sei es bei seinen Jungs im Grischäfer oder aber am 13. August beim Scheunenfest. Foto:  Norbert Müller

Bad Emstal. „Die Bösen im Dorf sagten, der hat sich reichgeküsst", sagt Erich Holzhauer lachend. Von den Nachbarn in seiner ersten Wahlheimat, dem Bad Emstaler-Ortsteil Sand, musste sich der Gastronom einiges anhören.

„Im Dorf haben sie auch gesagt, der hat sie nicht mehr alle." All das nahm der umtriebige „Elgershäuser Junge", wie er sich selbst gern bezeichnet, als Komplimente, denn auf ausgetretenen Pfaden wandelte Holzhauer ganz und gar nicht gern. Da waren zu viele Ideen im Kopf. Viele hat er umgesetzt, und damit eines der führenden Gasthäuser der Region geschaffen.

Gastronomische Legende 

Der heute 76-Jährige erinnert sich noch gut an seine Kindheit in Elgershausen, wo er in einfachen Verhältnissen aufwuchs, als Kind die Ziegen hütete, dann eine Lehre als Maler machte. In seinem Heimatdorf lernte er auch seine spätere Frau Gisela kennen und lieben, Gastwirtstochter aus Sand. Wegen ihr zog er über den Berg und wechselte die Branche.

Auf Wunsch des Schwiegervaters machte er eine Fleischerlehre. Der frisch gebackene Meister ging dann bald daran, seine Vision von einer besonderen Gastronomie umzusetzen. Und dazu gehörte der Ausbau einer runtergekommenen Scheune zum Restaurant Grischäfer, wo sich schon bald auch der Geldadel, Schauspieler und andere Prominente die Klinke in die Hand gaben und für das er Auszeichnungen, unter anderem vom Guide Michelin, sammelte. Hier wurde das 1,89 Meter große Multitalent, das die Gäste meist in schwarzer Schäfermontur empfing, zur gastronomischen Legende.

„Die Leute kannst du nur mit Charme, Herz und Leistung gewinnen“, sagt Holzhauer zu seinem Erfolgsrezept. Und auf diesem Feld macht ihm bis heute kaum einer etwas vor. Die Gastronomie hat er längst seinen beiden Söhnen Rainer und Frank übertragen. Mit seiner Frau ist er auf die Insel Lanzarote übergesiedelt, wo er nach eigenen Vorstellungen ein Haus baute und sich nun vorzugsweise der Kunst, der Malerei, widmet.

Im Champagner-Zelt

Aber mehrere Wochen im Jahr zieht es das Ehepaar zurück in die alte Heimat. Bedingt durch die Krankheit von Ehefrau Gisela derzeit häufiger als in den Vorjahren. Zu den festen Terminen zählt seit nunmehr 20 Jahren das Scheunenfest bei Merxhausen, das Holzhauers Söhne in diesem Jahr letztmals veranstalten.

„Mein Platz ist im Champagner-Zelt auf Strohballen sieben“, sagt Erich Holzhauer. Da ist er dann ganz in seinem Element. Er wird seinen ihm eigenen Charme versprühen, der bei den Frauen so gut ankommt. „Für mich ist die Frau das Kunstwerk Gottes“, schwärmt der Mann mit der silbernen Künstlermähne. Er wird Küsschen und Komplimente verteilen und dabei wie immer genau den richtigen, schmeichelnden Ton treffen, der bei den weiblichen Gästen so gut ankommt.

Bei all dem werde seine Gisela nicht vernachlässigt. Seit 54 Jahren sind die Holzhauers verheiratet. Und wenn er auf sein Lebenswerk schaue, sagt der Patriarch, sei mal sicher: „Ohne ihre Kraft und ihre Liebe zu mir wäre das alles nichts geworden. Und sie hat mich immer wieder ins normale Leben zurückgerufen, sonst wäre ich vor lauter Euphorie sonstwo gelandet.“

Quelle: HNA

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